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Entre Jaspers e o "jovem Foucault": Antropologia, Loucura, Obra e Civilização



Miotto, M. L. (2022). ENTRE JASPERS E O “JOVEM FOUCAULT”: ANTROPOLOGIA, LOUCURA, OBRA E CIVILIZAÇÃO. ARARIPE — REVISTA DE FILOSOFIA, 3(02), Artigo 02. https://doi.org/10.56837/Araripe.2022.v3.n02.1092

O presente trabalho pretende analisar as relações entre loucura e obra no jovem Foucault, isto é, no Foucault dos anos 1950 que realiza seu curso sobre antropologia (La Question Anthropologique) em Lille e na ENS entre 1952 (ou 1951) e 1955. Para estabelecer o problema, o texto começa com uma contextualização inicial sobre os inéditos de Foucault disponibilizados desde 2013 na BNF. Então o texto constrói o problema a partir de comentadores (especiamente Jean-Baptiste Vuillerod) e encontra na figura de Karl Jaspers um interlocutor importante, em torno do qual Foucault gira para estabelecer suas próprias posições. Jaspers, psiquiatra e filósofo, contém teses sobre a loucura, a obra e a civilização diretamente ligadas aos interesses do jovem Foucault. Tanto a leitura de Jaspers sobre Nietzsche, quanto a das relações entre loucura e obra, serão importantes para o jovem Foucault, pois é por meio de Jaspers - dentre outros - que uma psicologia da loucura e da obra (seja qual for seu paradigma) desemboca na análise de figuras como Maurice Blanchot, na leitura singular que Foucault faz de Nietzsche e nos problemas que o levarão a uma história da loucura.

This article aims to analyze the relation between madness and work (oeuvre) in the “young Foucault”, focusing on the Foucault’s lessons of Anthropology taken in Lille and at the ENS between 1952 (or 1951) and 1955, under the title La Question Anthropologique. In order to place this problem, the text begins with an initial contextualization of Foucault’s unpublished works, only made available since 2013 at Bibliothèque Nationale de France. Then the article passes to the question of the madness and work according to some commentators (especially Jean-Baptiste Vuillerod) and finds in the figure of Karl Jaspers an important author, whose reference serves for Foucault to compose his own positions. Jaspers, psychiatrist, and philosopher, contains theses on madness, work and civilization directly linked to the interests of the young Foucault. Both Jaspers’ reading of Nietzsche and considerations about madness and work will be important for the young Foucault, as it is through Jaspers (among others) that the psychological and existential positions on madness and work leads Foucault to the analysis of figures like Maurice Blanchot, to his own reading of Nietzsche and to the problem of a history of madness.

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Sujeito antropológico e metafísica do amor em Binswanger et l’Analyse Existentielle

 Miotto, M. Sujeito antropológico e metafísica do amor em Binswanger et l’Analyse Existentielle. Revista Ideação, n. 44, vol. I, p. 107-140, 2021. [link Philpapers] [link Ideação]


Resumo

O presente trabalho enfoca as relações entre antropologia e verdade nos escritos de Foucault dos anos 1950, tendo sob alvo o lançamento recente do escrito até então inédito intitulado Binswanger et l’Analyse Existentielle. Para isso, num primeiro momento o texto contextualiza essa publicação à luz do depósito, em 2013, de novos materiais de Michel Foucault na Biblioteca Nacional da França. Depois, ele passa à análise dos textos dos anos 1950 e insere o novo texto nos demais debates. Finalmente, o artigo enfoca a questão antropológica em três eixos: as relações antropologia x psicopatologia, o lugar da fenomenologia na argumentação de Foucault e os limites das considerações de Binswanger e da Daseinsanalyse.


Abstract

The present work focuses on the relationship between truth and anthropology in the Foucault’s first writings from the 1950s, targeting the recent release of the (until now) unpublished writing “Binswanger et l’Analyse Existentielle”. To shed some light on such relationship, firstly the article contextualizes the new book under the recent deposit of several foucauldian writings at Bibliothèque Nationale de France, at last since 2013. Secondly, it contextualizes the place of the new book under the published texts from the 1950s. Finally, the article analyses the book considering the anthropological problem under three main issues: the relationship between anthropology and psychopathology, the place of phenomenology in Foucault’s argumentation, and the limits of the Daseinsanalyse and Ludwig Binswanger’s theorisations.

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Yvonne Picard


Histoire de la vie d'Yvonne Picard ici. Article et autres témoins de sa vie. Et son texte, "Le temps chez Husserl et chez Heidegger".

Référence:

Picard, Y. (1946). Le temps chez Husserl et Heidegger. Deucalion: cahiers de philosophie 1, pp. 93-124.

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Martins: Intuição categorial e Ontologia: em torno de Husserl e Heidegger



MOUSINHO MARTINS, Paula. Intuição categorial e ontologia: em torno de Husserl e de Heidegger. O que nos faz pensar, [S.l.], v. 8, n. 10.2, p. 103-116, oct. 1996. ISSN 0104-6675. Disponível em: <http://oquenosfazpensar.fil.puc-rio.br/index.php/oqnfp/article/view/104>.

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Pot pourri scientifique et philosophique (Scientiae Studia)


"Nestes tempos instáveis, apresento ao leitor esta pequena reflexão, objetiva mas apaixonada, porque é minha opinião que, hoje em dia, é através da devoção silenciosa aos fins comuns a todas as pessoas instruídas que posso ajudar na recuperação política, de uma maneira mais eficiente do que através de considerações e manifestações políticas"
- Albert Einstein

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Heidegger: Die Frage nach der Technik

[3] Unter dem Titel «Einblick in das was ist» hielt der Verfasser am 1. Dezember 1949 im Club zu Bremen vier Vorträge, die im Frühjahr 1950 (25. und 26. März) auf Bühlerhöhe unverändert wiederholt wurden. Die Titel lauteten: Das Ding. Das Gestell. Die Gefahr. Die Kehre.
Der erste Vortrag wurde in erweiterter Fassung am 6. Juni 1950 in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste gehalten. (Siehe: Vorträge und Aufsätze, 1954, S. 163ff.). Der zweite Vortrag wurde am 18. November 1955 in der von der genannten Akademie veranstalteten Reihe «Die Künste im technischen Zeitalter» unter dem Titel «Die Frage nach der Technik» gleichfalls in erweiterter Fassung gehalten. (Siehe: Vorträge und Aufsätze, 1954, S. 13ff.). Die vorliegende Schrift gibt diesen Text unverändert wieder. Der dritte Vortrag bleibt noch unveröffentlicht. Der vierte Vortrag «Die Kehre» wird hier nach der ersten Fassung unverändert zum erstenmal veröffentlicht.

[5]  Im folgenden fragen wir nach der Technik. Das Fragen baut an einem Weg. Darum ist es ratsam, vor allem auf den Weg zu achten und nicht an einzelnen Sätzen und Titeln hängenzubleiben. Der Weg ist ein Weg des Denkens. Alle Denkwege führen, mehr oder weniger vernehmbar, auf eine ungewöhnliche Weise durch die Sprache. Wir fragen nach der Technik und möchten dadurch eine freie Beziehung zu ihr vorbereiten. Frei ist die Beziehung, wenn sie unser Dasein dem Wesen der Technik öffnet. Entsprechen wir diesem, dann vermögen wir es, das Technische in seiner Begrenzung zu erfahren.

Die Technik ist nicht das gleiche wie das Wesen der Technik. Wenn wir das Wesen des Baumes suchen, müssen wir gewahr werden, daß jenes, was jeden Baum als Baum durchwaltet, nicht selber ein Baum ist, der sich zwischen den übrigen Bäumen antreffen läßt.

So ist denn auch das Wesen der Technik ganz und gar nichts Technisches. Wir erfahren darum niemals unsere Beziehung zum Wesen der Technik, solange wir nur das Technische vorstellen und betreiben, uns damit abfinden oder ihm ausweichen. Überall bleiben wir unfrei an die Technik gekettet, ob wir sie leidenschaftlich bejahen oder verneinen. Am ärgsten sind wir jedoch der Technik ausgeliefert, wenn wir sie als etwas Neutrales betrachten; denn diese Vorstellung, der man heute besonders gern huldigt, macht uns vollends blind gegen das Wesen der Technik.
Als das Wesen von etwas gilt nach alter Lehre jenes, was etwas ist. Wir fragen nach der Technik, wenn wir fragen, was sie sei. Jedermann kennt die beiden Aussagen, die unsere Frage beantworten. [6] Die eine sagt: Technik ist ein Mittel für Zwecke. Die andere sagt: Technik ist ein Tun des Menschen. Beide Bestimmungen der Technik gehören zusammen. Denn Zwecke setzen, die Mittel dafür beschaffen und benützen, ist ein menschliches Tun. Zu dem, was die Technik ist, gehört das Verfertigen und Benützen von Zeug, Gerät und Maschinen, gehört dieses Verfertigte und Benützte selbst, gehören die Bedürfnisse und Zwecke, denen sie dienen. Das Ganze dieser Einrichtungen ist die Technik. Sie selber ist eine Einrichtung, lateinisch gesagt: ein instrumentum.

Die gängige Vorstellung von der Technik, wonach sie ein Mittel ist und ein menschliches Tun, kann deshalb die instrumentale und anthropologische Bestimmung der Technik heißen. Wer wollte leugnen, daß sie richtig sei? Sie richtet sich offenkundig nach dem, was man vor Augen hat, wenn man von Technik spricht. Die instrumentale Bestimmung der Technik ist sogar so unheimlich richtig, daß sie auch noch für die moderne Technik zutrifft, von der man sonst mit einem gewissen Recht behauptet, sie sei gegenüber der älteren handwerklichen Technik etwas durchaus Anderes und darum Neues. Auch das Kraftwerk ist mit seinen Turbinen und Generatoren ein von Menschen gefertigtes Mittel zu einem von Menschen gesetzten Zweck. Auch das Raketenflugzeug, auch die Hochfrequenzmaschine sind Mittel zu Zwecken. Natürlich ist eine Radarstation weniger einfach als eine Wetterfahne. Natürlich bedarf die Verfertigung einer Hochfrequenzmaschine des Ineinandergreifens verschiedener Arbeitsgänge der technisch-industriellen Produktion. Natürlich ist eine Sägemühle in einem verlorenen Schwarzwaldtal ein primitives Mittel im Vergleich zum Wasserkraftwerk im Rheinstrom.

Es bleibt richtig: auch die moderne Technik ist ein Mittel zu Zwecken. Darum bestimmt die instrumentale Vorstellung von der Technik jede Bemühung, den Menschen in den rechten Bezug [7] zur Technik zu bringen. Alles liegt daran, die Technik als Mittel in der gemäßen Weise zu handhaben. Man will, wie es heißt, die Technik «geistig in die Hand bekommen». Man will sie meistern. Das Meisternwollen wird um so dringlicher, je mehr die Technik der Herrschaft des Menschen zu entgleiten droht. Gesetzt nun aber, die Technik sei kein bloßes Mittel, wie steht es dann mit dem Willen, sie zu meistern? Allein, wir sagten doch, die instrumentale Bestimmung der Technik sei richtig. Gewiß. Das Richtige stellt an dem, was vorliegt, jedesmal irgend etwas Zutreffendes fest. Die Feststellung braucht jedoch, um richtig zu sein, das Vorliegende keineswegs in seinem Wesen zu enthüllen. Nur dort, wo solches Enthüllen geschieht, ereignet sich das Wahre. Darum ist das bloß Richtige noch nicht das Wahre. Erst dieses bringt uns in ein freies Verhältnis zu dem, was uns aus seinem Wesen her angeht. Die richtige instrumentale Bestimmung der Technik zeigt uns demnach noch nicht ihr Wesen. Damit wir zu diesem oder wenigstens in seine Nähe gelangen, müssen wir durch das Richtige hindurch das Wahre suchen. Wir müssen fragen: was ist das Instrumentale selbst? Wohin gehört dergleichen wie ein Mittel und ein Zweck? Ein Mittel ist solches, wodurch etwas bewirkt und so erreicht wird. Was eine Wirkung zur Folge hat, nennt man Ursache. Doch nicht nur jenes, mittels dessen ein anderes bewirkt wird, ist Ursache. Auch der Zweck, demgemäß die Art der Mittel sich bestimmt, gilt als Ursache. Wo Zwecke verfolgt, Mittel verwendet werden, wo das Instrumentale herrscht, da waltet Ursächlichkeit, Kausalität.

Seit Jahrhunderten lehrt die Philosophie, es gäbe vier Ursachen: 1. die causa materialis, das Material, der Stoff, woraus z.B. eine silberne Schale verfertigt wird; 2. die causa formalis, die Form, die Gestalt, in die das Material eingeht; 3. die causa finalis, der Zweck, z.B. der Opferdienst, durch den die benötigte Schale nach Form und Stoff bestimmt wird; 4. die causa efficiens, die den Effekt, die fertige wirkliche Schale erwirkt, der Silberschmied. [8] Was die Technik, als Mittel vorgestellt, ist, enthüllt sich, wenn wir das Instrumentale auf die vierfache Kausalität zurückführen.

Wie aber, wenn sich die Kausalität ihrerseits in dem, was sie ist, ins Dunkel hüllt? Zwar tut man seit Jahrhunderten so, als sei die Lehre von den vier Ursachen wie eine sonnenklare Wahrheit vom Himmel gefallen. Indessen dürfte es an der Zeit sein zu fragen: weshalb gibt es gerade vier Ursachen? Was heißt in Bezug auf die genannten vier eigentlich «Ursache»? Woher bestimmt sich der Ursachecharakter der vier Ursachen so einheitlich, daß sie zusammengehören?

Solange wir uns auf diese Fragen nicht einlassen, bleibt die Kausalität und mit ihr das Instrumentale und mit diesem die gängige Bestimmung der Technik dunkel und grundlos. Man pflegt seit langem die Ursache als das Bewirkende vorzustellen. Wirken heißt dabei: Erzielen von Erfolgen, Effekten. Die causa efficiens, die eine der vier Ursachen, bestimmt in maßgebender Weise alle Kausalität. Das geht so weit, daß man die causa finalis, die Finalität, überhaupt nicht mehr zur Kausalität rechnet. Causa, casus, gehört zum Zeitwort cadere, fallen, und bedeutet dasjenige, was bewirkt, daß etwas im Erfolg so oder so ausfällt. Die Lehre von den vier Ursachen geht auf Aristoteles zurück. Im Bereich des griechischen Denkens und für dieses hat jedoch alles, was die nachkommenden Zeitalter bei den Griechen unter der Vorstellung und dem Titel «Kausalität» suchen, schlechthin nichts mit dem Wirken und Bewirken zu tun. Was wir Ursache, die Römer causa nennen, heißt bei den Griechen *aition, das, was ein anderes verschuldet. Die vier Ursachen sind die unter sich zusammengehörigen Weisen des Verschuldens. Ein Beispiel kann dies erläutern.

Das Silber ist das, woraus die Silberschale verfertigt ist. Es ist als dieser Stoff *hyle mitschuld an der Schale. Diese schuldet, d. h. verdankt dem Silber das, woraus sie besteht. Aber das Opfergerät [9] bleibt nicht nur an das Silber verschuldet. Als Schale erscheint das an das Silber Verschuldete im Aussehen von Schale und nicht in demjenigen von Spange oder Ring. Das Opfergerät ist so zugleich an das Aussehen *eidos von Schalenhaftem verschuldet. Das Silber, worein das Aussehen als Schale eingelassen ist, das Aussehen, worin das Silberne erscheint, sind beide auf ihre Weise mitschuld am Opfergerät.

Schuld an ihm bleibt jedoch vor allem ein Drittes. Es ist jenes, was zum voraus die Schale in den Bereich der Weihe und des Spendens eingrenzt. Dadurch wird sie als Opfergerät umgrenzt. Das Umgrenzende beendet das Ding. Mit diesem Ende hört das Ding nicht auf, sondern aus ihm her beginnt es als das, was es nach der Herstellung sein wird. Das Beendende, Vollendende in diesem Sinne heißt griechisch *telos, was man allzuhäufig durch «Ziel» und «Zweck» übersetzt und so mißdeutet. Das *telos verschuldet, was als Stoff und was als Aussehen das Opfergerät mitverschuldet.

Schließlich ist ein Viertes mitschuld am Vor- und Bereitliegen des fertigen Opfergerätes: der Silberschmied; aber keineswegs dadurch, daß er wirkend die fertige Opferschale als den Effekt eines Machens bewirkt, nicht als causa efficiens. Die Lehre des Aristoteles kennt weder die mit diesem Titel genannte Ursache, noch gebraucht sie einen entsprechenden griechischen Namen.
Der Silberschmied überlegt sich und versammelt die drei genannten Weisen des Verschuldens. Überlegen heißt griechisch *legein, *logos. Es beruht im *apophainesthai, zum Vorschein bringen. Der Silberschmied ist mitschuld als das, von wo her das Vorbringen und das Aufsichberuhen der Opferschale ihren ersten Ausgang nehmen und behalten. Die drei zuvor genannten Weisen des Verschuldens verdanken der Überlegung des Silberschmieds, daß sie und wie sie für das Hervorbringen der Opferschale zum Vorschein und ins Spiel kommen. [10]
In dem vor- und bereitliegenden Opfergerät walten somit vier Weisen des Verschuldens. Sie sind unter sich verschieden und gehören doch zusammen. Was einigt sie im voraus? Worin spielt das Zusammenspiel der vier Weisen des Verschuldens? Woher stammt die Einheit der vier Ursachen? Was meint denn, griechisch gedacht, dieses Verschulden?

Wir Heutigen sind zu leicht geneigt, das Verschulden entweder moralisch als Verfehlung zu verstehen oder aber als eine Art des Wirkens zu deuten. In beiden Fällen versperren wir uns den Weg zum anfänglichen Sinn dessen, was man später Kausalität nennt. Solange sich dieser Weg nicht öffnet, erblicken wir auch nicht, was das Instrumentale, das im Kausalen beruht, eigentlich ist.

Um uns vor den genannten Mißdeutungen des Verschuldens zu schützen, verdeutlichen wir seine vier Weisen aus dem her, was sie verschulden. Nach dem Beispiel verschulden sie das Vor- und Bereitliegen der Silberschale als Opfergerät.

Vorliegen und Bereitliegen *hypokeisthai kennzeichnen das Anwesen eines Anwesenden. Die vier Weisen des Verschuldens bringen etwas ins Erscheinen. Sie lassen es in das An-wesen vorkommen. Sie lassen es dahin los und lassen es so an, nämlich in seine vollendete Ankunft. Das Verschulden hat den Grundzug dieses An-lassens in die Ankunft. Im Sinne solchen Anlassens ist das Verschulden das Ver-an-lassen. Aus dem Blick auf das, was die Griechen im Verschulden, in der *aitia, erfuhren, geben wir dem Wort «ver-an-lassen» jetzt einen weiteren Sinn, so daß dieses Wort das Wesen der griechisch gedachten Kausalität benennt. Die geläufige und engere Bedeutung des Wortes «Veranlassung» besagt dagegen nur soviel wie Anstoß und Auslösung und meint eine Art von Nebenursache im Ganzen der Kausalität. Worin spielt nun aber das Zusammenspiel der vier Weisen des Ver-an-lassens? Sie lassen das noch nicht Anwesende ins Anwesen ankommen. Demnach sind sie einheitlich durchwaltet von [11] einem Bringen, das Anwesendes in den Vorschein bringt. Was dieses Bringen ist, sagt uns Platon in einem Satz des «Symposion» (205 b): *he gar toi ek tou me ontos eis to on ionti otooun aitia pasa esti poiesis.

«Jede Veranlassung für das, was immer aus dem Nicht-Anwesenden über- und vorgeht in das Anwesen, ist *poiesis, ist Her-vor-bringen.»

Alles liegt daran, daß wir das Her-vor-bringen in seiner ganzen Weite und zugleich im Sinne der Griechen denken. Ein Her-vor-bringen, *poiesis, ist nicht nur das handwerkliche Verfertigen, nicht nur das künstlerisch-dichtende zum-Scheinen- und ins-Bild-Bringen. Auch die *physis, das von-sich-her-Aufgehen, ist ein Her-vor-bringen, ist *poiesis. Die *physis ist sogar *poiesis im höchsten Sinne. Denn das *physei Anwesende hat den Aufbruch des Her-vor-bringens, z.B. das Aufbrechen der Blüte ins Erblühen, in ihr selbst (*en heauto). Dagegen hat das handwerklich und künstlerisch Her-vor-gebrachte, z.B. die Silberschale, den Aufbruch des Her-vor-bringens nicht in ihm selbst, sondern in einem anderen (*en allo), im Handwerker und Künstler. Die Weisen der Veranlassung, die vier Ursachen, spielen somit innerhalb des Her-vor-bringens. Durch dieses kommt sowohl das Gewachsene der Natur als auch das Verfertigte des Handwerks und der Künste jeweils zu seinem Vorschein. Wie aber geschieht das Her-vor-bringen, sei es in der Natur, sei es im Handwerk und in der Kunst? Was ist das Her-vor-bringen, darin die vierfache Weise des Veranlassens spielt? Das Veranlassen geht das Anwesen dessen an, was jeweils im Her-vor-bringen zum Vorschein kommt. Das Her-vor-bringen bringt aus der Verborgenheit her in die Unverborgenheit vor. Her-vor-bringen ereignet sich nur, insofern Verborgenes ins Unverborgene kommt. Dieses Kommen beruht und schwingt in dem, was wir das Entbergen nennen. Die Griechen haben dafür das Wort *aletheia. Die Römer übersetzen es durch «veritas». Wir [12] sagen «Wahrheit» und verstehen sie gewöhnlich als Richtigkeit des Vorstellens.

Wohin haben wir uns verirrt? Wir fragen nach der Technik und sind jetzt bei der *aletheia, beim Entbergen angelangt. Was hat das Wesen der Technik mit dem Entbergen zu tun? Antwort: Alles. Denn im Entbergen gründet jedes Her-vor-bringen. Dieses aber versammelt in sich die vier Weisen der Veranlassung - die Kausalität - und durchwaltet sie. In ihren Bereich gehören Zweck und Mittel, gehört das Instrumentale. Dieses gilt als der Grundzug der Technik. Fragen wir Schritt für Schritt, was die als Mittel vorgestellte Technik eigentlich sei, dann gelangen wir zum Entbergen. In ihm beruht die Möglichkeit aller herstellenden Verfertigung.
Die Technik ist also nicht bloß ein Mittel. Die Technik ist eine Weise des Entbergens. Achten wir darauf, dann öffnet sich uns ein ganz anderer Bereich für das Wesen der Technik. Es ist der Bereich der Entbergung, d.h. der Wahrheit. Dieser Ausblick befremdet uns. Er soll es auch, soll es möglichst lange und so bedrängend, daß wir endlich auch einmal die schlichte Frage ernst nehmen, was denn der Name «Technik» sage. Das Wort stammt aus der griechischen Sprache. *Technikon meint solches, was zur *techne gehört. Hinsichtlich der Bedeutung dieses Wortes müssen wir zweierlei beachten. Einmal ist *techne nicht nur der Name für das handwerkliche Tun und Können, sondern auch für die hohe Kunst und die schönen Künste. Die *techne gehört zum Her-vor-bringen, zur *poiesis; sie ist etwas Poietisches.

Das andere, was es hinsichtlich des Wortes *techne zu bedenken gilt, ist noch gewichtiger. Das Wort *techne geht von früh an bis in die Zeit Platons mit dem Wort *episteme zusammen. Beide Worte sind Namen für das Erkennen im weitesten Sinne. Sie meinen das Sichauskennen in etwas, das Sich verstehen auf etwas. [13] Das Erkennen gibt Aufschluß. Als aufschließendes ist es ein Entbergen. Aristoteles unterscheidet in einer besonderen Betrachtung (Eth. Nic. VI, c. 3 und 4) die episteme und die *techne, und zwar im Hinblick darauf, was sie und wie sie entbergen. Die *techne ist eine Weise des *aletheuein. Sie entbirgt solches, was sich nicht selber her-vor-bringt und noch nicht vorliegt, was deshalb bald so, bald anders aussehen und ausfallen kann. Wer ein Haus oder ein Schiff baut oder eine Opferschale schmiedet, entbirgt das Her-vor-zu-bringende nach den Hinsichten der vier Weisen der Veranlassung. Dieses Entbergen versammelt im voraus das Aussehen und den Stoff von Schiff und Haus auf das vollendet erschaute fertige Ding und bestimmt von da her die Art der Verfertigung. Das Entscheidende der *techne liegt somit keineswegs im Machen und Hantieren, nicht im Verwenden von Mitteln, sondern in dem genannten Entbergen. Als dieses, nicht aber als Verfertigen, ist die *techne ein Her-vor-bringen.

So führt uns denn der Hinweis darauf, was das Wort *techne sagt und wie die Griechen das Genannte bestimmen, in den selben Zusammenhang, der sich uns auftat, als wir der Frage nachgingen, was das Instrumentale als solches in Wahrheit sei. Technik ist eine Weise des Entbergens. Die Technik west in dem Bereich, wo Entbergen und Unverborgenheit, wo *aletheia, wo Wahrheit geschieht.

Gegen diese Bestimmung des Wesensbereiches der Technik kann man einwenden, sie gelte zwar für das griechische Denken und passe im günstigen Fall auf die handwerkliche Technik, treffe jedoch nicht für die moderne Kraftmaschinentechnik zu. Und gerade sie, sie allein ist das Beunruhigende, das uns bewegt, nach «der» Technik zu fragen. Man sagt, die moderne Technik sei eine unvergleichbar andere gegenüber aller früheren, weil sie auf der neuzeitlichen exakten Naturwissenschaft beruhe. Inzwischen hat man deutlicher erkannt, daß auch das Umgekehrte [14] gilt: die neuzeitliche Physik ist als experimentelle auf technische Apparaturen und auf den Fortschritt des Apparatebaues angewiesen. Die Feststellung dieses Wechselverhältnisses zwischen Technik und Physik ist richtig. Aber sie bleibt eine bloß historische Feststellung von Tatsachen und sagt nichts von dem, worin dieses Wechselverhältnis gründet. Die entscheidende Frage bleibt doch: welchen Wesens ist die moderne Technik, daß sie darauf verfallen kann, die exakte Naturwissenschaft zu verwenden?

Was ist die moderne Technik? Auch sie ist ein Entbergen. Erst wenn wir den Blick auf diesem Grundzug ruhen lassen, zeigt sich uns das Neuartige der modernen Technik. Das Entbergen, das die moderne Technik durchherrscht, entfaltet sich nun aber nicht in ein Her-vor-bringen im Sinne der *poiesis. Das in der modernen Technik waltende Entbergen ist ein Herausfordern, das an die Natur das Ansinnen stellt, Energie zu liefern, die als solche herausgefördert und gespeichert werden kann. Gilt dies aber nicht auch von der alten Windmühle? Nein. Ihre Flügel drehen sich zwar im Winde, seinem Wehen bleiben sie unmittelbar anheimgegeben. Die Windmühle erschließt aber nicht Energien der Luftströmung, um sie zu speichern.
Ein Landstrich wird dagegen in die Förderung von Kohle und Erzen herausgefordert. Das Erdreich entbirgt sich jetzt als Kohlenrevier, der Boden als Erzlagerstätte. Anders erscheint das Feld, das der Bauer vormals bestellte, wobei bestellen noch hieß: hegen und pflegen. Das bäuerliche Tun fordert den Ackerboden nicht heraus. Im Säen des Korns gibt es die Saat den Wachstumskräften anheim und hütet ihr Gedeihen. Inzwischen ist auch die Feldbestellung in den Sog eines andersgearteten Bestellens geraten, das die Natur stellt. Es stellt sie im Sinne der Herausforderung. Ackerbau ist jetzt motorisierte Ernährungsindustrie. Die Luft wird auf die Abgabe von Stickstoff hin [15] gestellt, der Boden auf Erze, das Erz z.B. auf Uran, dieses auf Atomenergie, die zur Zerstörung oder friedlichen Nutzung entbunden werden kann.

Das Stellen, das die Naturenergien herausfordert, ist ein Fördern in einem doppelten Sinne. Es fördert, indem es erschließt und herausstellt. Dieses Fördern bleibt jedoch im voraus darauf abgestellt, anderes zu fördern, d.h. vorwärts zu treiben in die größtmögliche Nutzung bei geringstem Aufwand. Die im Kohlenrevier geförderte Kohle wird nicht gestellt, damit sie nur überhaupt und irgendwo vorhanden sei. Sie lagert, d.h. sie ist zur Stelle für die Bestellung der in ihr gespeicherten Sonnenwärme. Diese wird herausgefordert auf Hitze, die bestellt ist, Dampf zu liefern, dessen Druck das Getriebe treibt, wodurch eine Fabrik in Betrieb bleibt.

Das Wasserkraftwerk ist in den Rheinstrom gestellt. Es stellt ihn auf seinen Wasserdruck, der die Turbinen daraufhin stellt, sich zu drehen, welche Drehung diejenige Maschine umtreibt, deren Getriebe den elektrischen Strom herstellt, für den die Überlandzentrale und ihr Stromnetz zur Strombeförderung bestellt sind. Im Bereich dieser ineinandergreifenden Folgen der Bestellung elektrischer Energie erscheint auch der Rheinstrom als etwas Bestelltes. Das Wasserkraftwerk ist nicht in den Rheinstrom gebaut wie die alte Holzbrücke, die seit Jahrhunderten Ufer mit Ufer verbindet. Vielmehr ist der Strom in das Kraftwerk verbaut. Er ist, was er jetzt als Strom ist, nämlich Wasserdrucklieferant, aus dem Wesen des Kraftwerks. Achten wir doch, um das Ungeheuere, das hier waltet, auch nur entfernt zu ermessen, für einen Augenblick auf den Gegensatz, der sich in den beiden Titeln ausspricht: «Der Rhein», verbaut in das Kraftwerk, und «Der Rhein», gesagt aus dem Kunstwerk der gleichnamigen Hymne Hölderlins. Aber der Rhein bleibt doch, wird man entgegnen, Strom der Landschaft. Mag sein, aber wie? Nicht anders denn als bestellbares Objekt der Besichtigung [16] durch eine Reisegesellschaft, die eine Urlaubsindustrie dorthin bestellt hat.

Das Entbergen, das die moderne Technik durchherrscht, hat den Charakter des Stellens im Sinne der Herausforderung. Diese geschieht dadurch, daß die in der Natur verborgene Energie aufgeschlossen, das Erschlossene umgeformt, das Umgeformte gespeichert, das Gespeicherte wieder verteilt und das Verteilte erneut umgeschaltet wird. Erschließen, umformen, speichern, verteilen, umschalten sind Weisen des Entbergens. Dieses läuft jedoch nicht einfach ab. Es verläuft sich auch nicht ins Unbestimmte. Das Entbergen entbirgt ihm selber seine eigenen, vielfach verzahnten Bahnen dadurch, daß es sie steuert. Die Steuerung selbst wird ihrerseits überall gesichert. Steuerung und Sicherung werden sogar die Hauptzüge des herausfordernden Entbergens.

Welche Art von Unverborgenheit eignet nun dem, was durch das herausfordernde Stellen zustande kommt? Überall ist es bestellt, auf der Stelle zur Stelle zu stehen, und zwar zu stehen, um selbst bestellbar zu sein für ein weiteres Bestellen. Das so Bestellte hat seinen eigenen Stand. Wir nennen ihn den Bestand. Das Wort sagt hier mehr und Wesentlicheres als nur «Vorrat». Das Wort «Bestand» rückt jetzt in den Rang eines Titels. Er kennzeichnet nichts Geringeres als die Weise, wie alles anwest, was vom herausfordernden Entbergen betroffen wird. Was im Sinne des Bestandes steht, steht uns nicht mehr als Gegenstand gegenüber.
Aber ein Verkehrsflugzeug, das auf der Startbahn steht, ist doch ein Gegenstand. Gewiß. Wir können die Maschine so vorstellen. Aber dann verbirgt sie sich in dem, was und wie sie ist. Entborgen steht sie auf der Rollbahn nur als Bestand, insofern sie bestellt ist, die Möglichkeit des Transports sicherzustellen. Hierfür muß sie selbst in ihrem ganzen Bau, in jedem ihrer Bestandteile bestellfähig, d.h. startbereit sein. (Hier wäre der Ort, Hegels [17] Bestimmung der Maschine als eines selbständigen Werkzeugs zu erörtern. Vom Werkzeug des Handwerks her gesehen, ist seine Kennzeichnung richtig. Allein, so ist die Maschine gerade nicht aus dem Wesen der Technik gedacht, in die sie gehört. Vom Bestand her gesehen, ist die Maschine schlechthin unselbständig; denn sie hat ihren Stand einzig aus dem Bestellen von Bestellbarem.)

Daß sich uns jetzt, wo wir versuchen, die moderne Technik als das herausfordernde Entbergen zu zeigen, die Worte «stellen», «bestellen», «Bestand» aufdrängen und sich in einer trockenen, einförmigen und darum lästigen Weise häufen, hat seinen Grund in dem, was zur Sprache kommt.

Wer vollzieht das herausfordernde Stellen, wodurch das, was man das Wirkliche nennt, als Bestand entborgen wird? Offenbar der Mensch. Inwiefern vermag er solches Entbergen? Der Mensch kann zwar dieses oder jenes so oder so vorstellen, gestalten und betreiben. Allein, über die Unverborgenheit, worin sich jeweils das Wirkliche zeigt oder entzieht, verfügt der Mensch nicht. Daß sich seit Platon das Wirkliche im Lichte von Ideen zeigt, hat nicht Platon gemacht. Der Denker hat nur dem entsprochen, was sich ihm zusprach.

Nur insofern der Mensch seinerseits schon herausgefordert ist, die Naturenergien herauszufordern, kann dieses bestellende Entbergen geschehen. Wenn der Mensch dazu herausgefordert, bestellt ist, gehört dann nicht auch der Mensch, ursprünglicher noch als die Natur, in den Bestand? Die umlaufende Rede vom Menschenmaterial, vom Krankenmaterial einer Klinik spricht dafür. Der Forstwart, der im Wald das geschlagene Holz vermißt und dem Anschein nach wie sein Großvater in der gleichen Weise dieselben Waldwege begeht, ist heute von der Holzverwertungsindustrie bestellt, ob er es weiß oder nicht. Er ist in die Bestellbarkeit von Zellulose bestellt, die ihrerseits durch den Bedarf an Papier herausgefordert ist, das den Zeitungen [18] und illustrierten Magazinen zugestellt wird. Diese aber stellen die öffentliche Meinung daraufhin, das Gedruckte zu verschlingen, um für eine bestellte Meinungsherrichtung bestellbar zu werden. Doch gerade weil der Mensch ursprünglicher als die Naturenergien herausgefordert ist, nämlich in das Bestellen, wird er niemals zu einem bloßen Bestand. Indem der Mensch die Technik betreibt, nimmt er am Bestellen als einer Weise des Entbergens teil. Allein, die Unverborgenheit selbst, innerhalb deren sich das Bestellen entfaltet, ist niemals ein menschliches Gemächte, so wenig wie der Bereich, den der Mensch jederzeit schon durchgeht, wenn er als Subjekt sich auf ein Objekt bezieht.

Wo und wie geschieht das Entbergen, wenn es kein bloßes Gemächte des Menschen ist? Wir brauchen nicht weit zu suchen. Nötig ist nur, unvoreingenommen Jenes zu vernehmen, was den Menschen immer schon in Anspruch genommen hat, und dies so entschieden, daß er nur als der so Angesprochene jeweils Mensch sein kann. Wo immer der Mensch sein Auge und Ohr öffnet, sein Herz aufschließt, sich in das Sinnen und Trachten, Bilden und Werken, Bitten und Danken freigibt, findet er sich überall schon ins Unverborgene gebracht. Dessen Unverborgenheit hat sich schon ereignet, so oft sie den Menschen in die ihm zugemessenen Weisen des Entbergens hervorruft. Wenn der Mensch auf seine Weise innerhalb der Unverborgenheit das Anwesende entbirgt, dann entspricht er nur dem Zuspruch der Unverborgenheit, selbst dort, wo er ihm widerspricht. Wenn also der Mensch forschend, betrachtend der Natur als einem Bezirk seines Vorstellens nachstellt, dann ist er bereits von einer Weise der Entbergung beansprucht, die ihn herausfordert, die Natur als einen Gegenstand der Forschung anzugehen, bis auch der Gegenstand in das Gegenstandlose des Bestandes verschwindet. So ist denn die moderne Technik als das bestellende Entbergen kein bloß menschliches Tun. Darum müssen wir auch jenes [19] Herausfordern, das den Menschen stellt, das Wirkliche als Bestand zu bestellen, so nehmen, wie es sich zeigt. Jenes Herausfordern versammelt den Menschen in das Bestellen. Dieses Versammelnde konzentriert den Menschen darauf, das Wirkliche als Bestand zu bestellen.

Was die Berge ursprünglich zu Bergzügen entfaltet und sie in ihrem gefalteten Beisammen durchzieht, ist das Versammelnde, das wir Gebirg nennen.

Wir nennen jenes ursprünglich Versammelnde, daraus sich die Weisen entfalten, nach denen uns so und so zumute ist, das Gemüt.

Wir nennen jetzt jenen herausfordernden Anspruch, der den Menschen dahin versammelt, das Sichentbergende als Bestand zu bestellen - das Ge-stell.
Wir wagen es, dieses Wort in einem bisher völlig ungewohnten Sinne zu gebrauchen.
Nach der gewöhnlichen Bedeutung meint das Wort «Gestell» ein Gerät, z.B. ein Büchergestell. Gestell heißt auch ein Knochengerippe. Und so schaurig wie dieses scheint die uns jetzt zugemutete Verwendung des Wortes «Gestell» zu sein, ganz zu schweigen von der Willkür, mit der so Worte der gewachsenen Sprache mißhandelt werden. Kann man das Absonderliche noch weiter treiben? Gewiß nicht. Allein, dieses Absonderliche ist alter Brauch des Denkens. Und zwar fügen sich ihm die Denker gerade dort, wo es das Höchste zu denken gilt. Wir Spätgeborenen sind nicht mehr imstande zu ermessen, was es heißt, daß Platon es wagt, für das, was in allem und jedem west, das Wort *eidos zu gebrauchen. Denn *eidos bedeutet in der alltäglichen Sprache die Ansicht, die ein sichtbares Ding unserem sinnlichen Auge darbietet. Platon mutet jedoch diesem Wort das ganz Ungewöhnliche zu, Jenes zu benennen, was gerade nicht und niemals mit sinnlichen Augen vernehmbar wird. Aber auch so ist des Ungewöhnlichen noch keineswegs genug. Denn *idea nennt [20] nicht nur das nichtsinnliche Aussehen des sinnlich Sichtbaren. Aussehen, *idea heißt und ist auch, was im Hörbaren, Tastbaren Fühlbaren, in jeglichem, was irgendwie zugänglich ist, das Wesen ausmacht. Gegenüber dem, was Platon der Sprache und dem Denken in diesem und anderen Fällen zumutet, ist der jetzt gewagte Gebrauch des Wortes «Gestell» als Name für das Wesen der modernen Technik beinahe harmlos. Indessen bleibt der jetzt verlangte Sprachgebrauch eine Zumutung und mißverständlich.

Ge-stell heißt das Versammelnde jenes Stellens, das den Menschen stellt, d.h. herausfordert, das Wirkliche in der Weise des Bestellens als Bestand zu entbergen. Ge-stell heißt die Weise des Entbergens, die im Wesen der modernen Technik waltet und selber nichts Technisches ist. Zum Technischen gehört dagegen alles, was wir als Gestänge und Geschiebe und Gerüste kennen und was Bestandstück dessen ist, was man Montage nennt. Diese fällt jedoch samt den genannten Bestandstücken in den Bezirk der technischen Arbeit, die stets nur der Herausforderung des Ge-stells entspricht, aber niemals dieses selbst ausmacht oder gar bewirkt.

Das Wort «stellen» meint im Titel Ge-stell nicht nur das Herausfordern, es soll zugleich den Anklang an ein anderes «Stellen» bewahren, aus dem es abstammt, nämlich an jenes Her- und Dar-stellen, das im Sinne der *poiesis das Anwesende in die Unverborgenheit hervorkommen läßt. Dieses hervorbringende Her-stellen, z.B. das Aufstellen eines Standbildes im Tempelbezirk und das jetzt bedachte herausfordernde Bestellen sind zwar grundverschieden und bleiben doch im Wesen verwandt. Beide sind Weisen des Entbergens, der *aletheia. Im Ge-stell ereignet sich die Unverborgenheit, dergemäß die Arbeit der modernen Technik das Wirkliche als Bestand entbirgt. Sie ist darum weder nur ein menschliches Tun, noch gar ein bloßes Mittel innerhalb solchen Tuns. Die nur instrumentale, [21] die nur anthropologische Bestimmung der Technik wird im Prinzip hinfällig; sie läßt sich nicht durch eine nur dahinter geschaltete metaphysische oder religiöse Erklärung ergänzen.

Wahr bleibt allerdings, daß der Mensch des technischen Zeitalters auf eine besonders hervorstechende Weise in das Entbergen herausgefordert ist. Dieses betrifft zunächst die Natur als den Hauptspeicher des Energiebestandes. Dementsprechend zeigt sich das bestellende Verhalten des Menschen zuerst im Aufkommen der neuzeitlichen exakten Naturwissenschaft. Ihre Art des Vorstellens stellt der Natur als einem berechenbaren Kräftezusammenhang nach. Die neuzeitliche Physik ist nicht deshalb Experimentalphysik, weil sie Apparaturen zur Befragung der Natur ansetzt, sondern umgekehrt: weil die Physik, und zwar schon als reine Theorie, die Natur daraufhin stellt, sich als einen vorausberechenbaren Zusammenhang von Kräften darzustellen, deshalb wird das Experiment bestellt, nämlich zur Befragung, ob sich die so gestellte Natur und wie sie sich meldet.
Aber die mathematische Naturwissenschaft ist doch um fast zwei Jahrhunderte vor der modernen Technik entstanden. Wie soll sie da schon von der modernen Technik in deren Dienst gestellt sein? Die Tatsachen sprechen für das Gegenteil. Die moderne Technik kam doch erst in Gang, als sie sich auf die exakte Naturwissenschaft stützen konnte. Historisch gerechnet, bleibt dies richtig. Geschichtlich gedacht, trifft es nicht das Wahre.

Die neuzeitliche physikalische Theorie der Natur ist die Wegbereiterin nicht erst der Technik, sondern des Wesens der modernen Technik. Denn das herausfordernde Versammeln in das bestellende Entbergen waltet bereits in der Physik. Aber es kommt in ihr noch nicht eigens zum Vorschein. Die neuzeitliche Physik ist der in seiner Herkunft noch unbekannte Vorbote des Ge-stells. Das Wesen der modernen Technik verbirgt sich auf lange Zeit auch dort noch, wo bereits Kraftmaschinen erfunden, [22] die Elektrotechnik auf die Bahn und die Atomtechnik in Gang gesetzt sind.

Alles Wesende, nicht nur das der modernen Technik, hält sich überall am längsten verborgen. Gleichwohl bleibt es im Hinblick auf sein Walten solches, was allem voraufgeht: das Früheste. Davon wußten schon die griechischen Denker, wenn sie sagten: Jenes, was hinsichtlich des waltenden Aufgehens früher ist, wird uns Menschen erst später offenkundig. Dem Menschen zeigt sich die anfängliche Frühe erst zuletzt. Darum ist im Bereich des Denkens eine Bemühung, das anfänglich Gedachte noch anfänglicher zu durchdenken, nicht der widersinnige Wille, Vergangenes zu erneuern, sondern die nüchterne Bereitschaft, vor dem Kommenden der Frühe zu erstaunen. Für die historische Zeitrechnung liegt der Beginn der neuzeitlichen Naturwissenschaft im 17. Jahrhundert. Dagegen entwickelt sich die Kraftmaschinentechnik erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Allein, das für die historische Feststellung Spätere, die moderne Technik, ist hinsichtlich des in ihm waltenden Wesens das geschichtlich Frühere. Wenn die moderne Physik in zunehmendem Maße sich damit abfinden muß, daß ihr Vorstellungsbereich unanschaulich bleibt, dann ist dieser Verzicht nicht von irgendeiner Kommission von Forschern diktiert. Er ist vom Walten des Ge-stells herausgefordert, das die Bestellbarkeit der Natur als Bestand verlangt. Darum kann die Physik bei allem Rückzug aus dem bis vor kurzem allein maßgebenden, nur den Gegenständen zugewandten Vorstellen auf eines niemals verzichten: daß sich die Natur in irgendeiner rechnerisch feststellbaren Weise meldet und als ein System von Informationen bestellbar bleibt. Dieses System bestimmt sich dann aus einer noch einmal gewandelten Kausalität. Sie zeigt jetzt weder den Charakter des hervorbringenden Veranlassens, noch die Art der causa efficiens oder gar der causa formalis. Vermutlich schrumpft die Kausalität in ein herausgefordertes [23] Melden gleichzeitig oder nacheinander sicherzustellender Bestände zusammen. Dem entspräche der Prozeß des zunehmenden Sichabfindens, den Heisenbergs Vortrag in eindrucksvoller Weise schilderte. (W. Heisenberg, Das Naturbild in der heutigen Physik, in: Die Künste im technischen Zeitalter, München 1954, S. 43 ff.).
Weil das Wesen der modernen Technik im Ge-stell beruht, deshalb muß diese die exakte Naturwissenschaft verwenden. Dadurch entsteht der trügerische Schein, als sei die moderne Technik angewandte Naturwissenschaft. Dieser Schein kann sich solange behaupten, als weder die Wesensherkunft der neuzeitlichen Wissenschaft, noch gar das Wesen der modernen Technik hinreichend erfragt werden.

Wir fragen nach der Technik, um unsere Beziehung zu ihrem Wesen ans Licht zu heben. Das Wesen der modernen Technik zeigt sich in dem, was wir das Ge-stell nennen. Allein der Hinweis darauf ist noch keineswegs die Antwort auf die Frage nach der Technik, wenn antworten heißt: entsprechen, nämlich dem Wesen dessen, wonach gefragt wird.

Wohin sehen wir uns gebracht, wenn wir jetzt noch um einen Schritt weiter dem nachdenken, was das Ge-stell als solches selber ist? Es ist nichts Technisches, nichts Maschinenartiges. Es ist die Weise, nach der sich das Wirkliche als Bestand entbirgt. Wiederum fragen wir: geschieht dieses Entbergen irgendwo jenseits alles menschlichen Tuns? Nein. Aber es geschieht auch nicht nur im Menschen und nicht maßgebend durch ihn. Das Ge-stell ist das Versammelnde jenes Stellens, das den Menschen stellt, das Wirkliche in der Weise des Bestellern als Bestand zu entbergen. Als der so Herausgeforderte steht der Mensch im Wesensbereich des Ge-stells. Er kann gar nicht erst nachträglich eine Beziehung zu ihm aufnehmen. Darum kommt die Frage, wie wir in eine Beziehung zum Wesen der Technik [24] gelangen sollen, in dieser Form jederzeit zu spät. Aber nie zu spät kommt die Frage, ob wir uns eigens als diejenigen erfahren, deren Tun und Lassen überall, bald offenkundig, bald versteckt, vom Ge-stell herausgefordert ist. Nie zu spät kommt vor allem die Frage, ob und wie wir uns eigens auf das einlassen, worin das Ge-stell selber west.

Das Wesen der modernen Technik bringt den Menschen auf den Weg jenes Entbergens, wodurch das Wirkliche überall, mehr oder weniger vernehmlich, zum Bestand wird. Auf einen Weg bringen - dies heißt in unserer Sprache: schicken. Wir nennen jenes versammelnde Schicken, das den Menschen erst auf einen Weg des Entbergens bringt, das Geschick. Von hier aus bestimmt sich das Wesen aller Geschichte. Sie ist weder nur der Gegenstand der Historie, noch nur der Vollzug menschlichen Tuns. Dieses wird geschichtlich erst als ein geschickliches (vgl. Vom Wesen der Wahrheit, 1930; in erster Auflage 1943, S. 16f.). Und erst das Geschick in das vergegenständlichende Vorstellen macht das Geschichtliche für die Historie, d.h. für eine Wissenschaft, als Gegenstand zugänglich und von hier aus erst die gängige Gleichsetzung des Geschichtlichen mit dem Historischen möglich. Als die Herausforderung ins Bestellen schickt das Ge-stell in eine Weise des Entbergens. Das Ge-stell ist eine Schickung des Geschickes wie jede Weise des Entbergens. Geschick in dem genannten Sinne ist auch das Her-vor-bringen, die *poiesis.

Immer geht die Unverborgenheit dessen, was ist, auf einem Weg des Entbergens. Immer durch waltet den Menschen das Geschick der Entbergung. Aber es ist nie das Verhängnis eines Zwanges. Denn der Mensch wird gerade erst frei, insofern er in den Bereich des Geschickes gehört und so ein Hörender wird, nicht aber ein Höriger.
Das Wesen der Freiheit ist ursprünglich nicht dem Willen oder gar nur der Kausalität des menschlichen Wollens zugeordnet. Die Freiheit verwaltet das Freie im Sinne des Gelichteten, d.h. [25] des Entborgenen. Das Geschehnis des Entbergens, d.h. der Wahrheit, ist es, zu dem die Freiheit in der nächsten und innigsten Verwandtschaft steht. Alles Entbergen gehört in ein Bergen und Verbergen. Verborgen aber ist und immer sich verbergend das Befreiende, das Geheimnis. Alles Entbergen kommt aus dem Freien, geht ins Freie und bringt ins Freie. Die Freiheit des Freien besteht weder in der Ungebundenheit der Willkür, noch in der Bindung durch bloße Gesetze. Die Freiheit ist das lichtend Verbergende, in dessen Lichtung jener Schleier weht, der das Wesende aller Wahrheit verhüllt und den Schleier als den verhüllenden erscheinen läßt. Die Freiheit ist der Bereich des Geschickes, das jeweils eine Entbergung auf ihren Weg bringt. Das Wesen der modernen Technik beruht im Ge-stell. Dieses gehört in das Geschick der Entbergung. Die Sätze sagen anderes als die öfter verlautende Rede, die Technik sei das Schicksal unseres Zeitalters, wobei Schicksal meint: das Unausweichliche eines unabänderlichen Verlaufs.

Wenn wir jedoch das Wesen der Technik bedenken, dann erfahren wir das Ge-stell als ein Geschick der Entbergung. So halten wir uns schon im Freien des Geschickes auf, das uns keineswegs in einen dumpfen Zwang einsperrt, die Technik blindlings zu betreiben oder, was das Selbe bleibt, uns hilflos gegen sie aufzulehnen und sie als Teufelswerk zu verdammen. Im Gegenteil: wenn wir uns dem Wesen der Technik eigens öffnen, finden wir uns unverhofft in einen befreienden Anspruch genommen.
Das Wesen der Technik beruht im Ge-stell. Sein Walten gehört in das Geschick. Weil dieses den Menschen jeweils auf einen Weg des Entbergens bringt, geht der Mensch, also unterwegs, immerfort am Rande der Möglichkeit, nur das im Bestellen Entborgene zu verfolgen und zu betreiben und von da her alle Maße zu nehmen. Hierdurch verschließt sich die andere Möglichkeit, daß der Mensch eher und mehr und stets anfänglicher auf das Wesen des Unverborgenen und seine Unverborgenheit sich einläßt, um [26] die gebrauchte Zugehörigkeit zum Entbergen als sein Wesen zu erfahren.

Zwischen diese Möglichkeiten gebracht, ist der Mensch aus dem Geschick her gefährdet. Das Geschick der Entbergung ist als solches in jeder seiner Weisen und darum notwendig Gefahr.

In welcher Weise auch immer das Geschick der Entbergung walten mag, die Unverborgenheit, in der alles, was ist, sich jeweils zeigt, birgt die Gefahr, daß der Mensch sich am Unverborgenen versieht und es mißdeutet. So kann, wo alles Anwesende sich im Lichte des Ursache-Wirkung-Zusammenhangs darstellt, sogar Gott für das Vorstellen alles Heilige und Hohe, das Geheimnisvolle seiner Ferne verlieren. Gott kann im Lichte der Kausalität zu einer Ursache, zur causa efficiens, herabsinken. Er wird dann sogar innerhalb der Theologie zum Gott der Philosophen, jener nämlich, die das Unverborgene und Verborgene nach der Kausalität des Machens bestimmen, ohne dabei jemals die Wesensherkunft dieser Kausalität zu bedenken.

Insgleichen kann die Unverborgenheit, dergemäß sich die Natur als ein berechenbarer Wirkungszusammenhang von Kräften darstellt, zwar richtige Feststellungen verstatten, aber gerade durch diese Erfolge die Gefahr bleiben, daß sich in allem Richtigen das Wahre entzieht.

Das Geschick der Entbergung ist in sich nicht irgendeine, sondern die Gefahr.
Waltet jedoch das Geschick in der Weise des Ge-stells, dann ist es die höchste Gefahr. Sie bezeugt sich uns nach zwei Hinsichten. Sobald das Unverborgene nicht einmal mehr als Gegenstand, sondern ausschließlich als Bestand den Menschen angeht und der Mensch innerhalb des Gegenstandlosen nur noch der Besteller des Bestandes ist, - geht der Mensch am äußersten Rand des Absturzes, dorthin nämlich, wo er selber nur noch als Bestand genommen werden soll. Indessen spreizt sich gerade der so bedrohte Mensch in die Gestalt des Herrn der Erde auf. Dadurch [27] macht sich der Anschein breit, alles was begegne, bestehe nur, insofern es ein Gemächte des Menschen sei. Dieser Anschein zeitigt einen letzten trügerischen Schein. Nach ihm sieht es so aus, als begegne der Mensch überall nur noch sich selbst. Heisenberg hat mit vollem Recht darauf hingewiesen, daß sich dem heutigen Menschen das Wirkliche so darstellen muß (a.a.0. S. 60ff.). Indessen begegnet der Mensch heute in Wahrheit gerade nirgends mehr sich selber, d.h. seinem Wesen. Der Mensch steht so entschieden im Gefolge der Herausforderung des Gestells, daß er dieses nicht als einen Anspruch vernimmt, daß er sich selber als den Angesprochenen übersieht und damit auch jede Weise überhört, inwiefern er aus seinem Wesen her im Bereich eines Zuspruchs ek-sistiert und darum niemals nur sich selber begegnen kann.

Allein, das Ge-stell gefährdet nicht nur den Menschen in seinem Verhältnis zu sich selbst und zu allem, was ist. Als Geschick verweist es in das Entbergen von der Art des Bestellens. Wo dieses herrscht, vertreibt es jede andere Möglichkeit der Entbergung. Vor allem verbirgt das Ge-stell jenes Entbergen, das im Sinne der *poiesis das Anwesende ins Erscheinen her-vor-kommen läßt. Im Vergleich hierzu drängt das herausfordernde Stellen in den entgegengesetztgerichteten Bezug zu dem, was ist. Wo das Gestell waltet, prägen Steuerung und Sicherung des Bestandes alles Entbergen. Sie lassen sogar ihren eigenen Grundzug, nämlich dieses Entbergen als ein solches nicht mehr zum Vorschein kommen.

So verbirgt denn das herausfordernde Ge-stell nicht nur eine vormalige Weise des Entbergens, das Her-vor-bringen, sondern es verbirgt das Entbergen als solches und mit ihm Jenes, worin sich Unverborgenheit, d.h. Wahrheit ereignet. Das Ge-stell verstellt das Scheinen und Walten der Wahrheit. Das Geschick, das in das Bestellen schickt, ist somit die äußerste Gefahr. Das Gefährliche ist nicht die Technik. Es gibt keine Dämonie [28] der Technik, wohl dagegen das Geheimnis ihres Wesens. Das Wesen der Technik ist als ein Geschick des Entbergens die Gefahr. Die gewandelte Bedeutung des Wortes «Ge-stell» wird uns jetzt vielleicht schon um einiges vertrauter, wenn wir Gestell im Sinne von Geschick und Gefahr denken.

Die Bedrohung des Menschen kommt nicht erst von den möglicherweise tödlich wirkenden Maschinen und Apparaturen der Technik. Die eigentliche Bedrohung hat den Menschen bereits in seinem Wesen angegangen. Die Herrschaft des Ge-stells droht mit der Möglichkeit, daß dem Menschen versagt sein könnte, in ein ursprünglicheres Entbergen einzukehren und so den Zuspruch einer anfänglicheren Wahrheit zu erfahren. So ist denn, wo das Ge-stell herrscht, im höchsten Sinne Gefahr.

«Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.»


Bedenken wir das Wort Hölderlins sorgsam. Was heißt «retten»? Gewöhnlich meinen wir, es bedeute nur: das vom Untergang Bedrohte gerade noch erhaschen, um es in seinem bisherigen Fortbestehen zu sichern. Aber «retten» sagt mehr. «Retten» ist: einholen ins Wesen, um so das Wesen erst zu seinem eigentlichen Scheinen zu bringen. Wenn das Wesen der Technik, das Ge-stell, die äußerste Gefahr ist und wenn zugleich Hölderlins Wort Wahres sagt, dann kann sich die Herrschaft des Ge-stells nicht darin erschöpfen, alles Leuchten jedes Entbergens, alles Scheinen der Wahrheit nur zu verstellen. Dann muß vielmehr gerade das Wesen der Technik das Wachstum des Rettenden in sich bergen. Könnte dann aber nicht ein zureichender Blick in das, was das Ge-stell als ein Geschick des Entbergens ist, das Rettende in seinem Aufgehen zum Scheinen bringen? Inwiefern wächst dort, wo Gefahr ist, das Rettende auch? Wo etwas wächst, dort wurzelt es, von dorther gedeiht es. Beides geschieht verborgen und still und zu seiner Zeit. Nach dem [29] Wort des Dichters dürfen wir aber gerade nicht erwarten, dort, wo Gefahr ist, das Rettende unmittelbar und unvorbereitet aufgreifen zu können. Darum müssen wir jetzt zuvor bedenken, inwiefern in dem, was die äußerste Gefahr ist, inwiefern im Walten des Ge-stells das Rettende sogar am tiefsten wurzelt und von dorther gedeiht. Um solches zu bedenken, ist es nötig, durch einen letzten Schritt unseres Weges noch helleren Auges in die Gefahr zu blicken. Dementsprechend müssen wir noch einmal nach der Technik fragen. Denn in ihrem Wesen wurzelt und gedeiht nach dem Gesagten das Rettende.

Wie sollen wir jedoch das Rettende im Wesen der Technik erblicken, solange wir nicht bedenken, in welchem Sinne von «Wesen» das Gestell eigentlich das Wesen der Technik ist? Bisher verstanden wir das Wort «Wesen» in der geläufigen Bedeutung. In der Schulsprache der Philosophie heißt «Wesen» jenes, was etwas ist, lateinisch: quid. Die quidditas, die Washeit gibt Antwort auf die Frage nach dem Wesen. Was z.B. allen Arten von Bäumen, der Eiche, Buche, Birke, Tanne, zukommt, ist das selbe Baumhafte. Unter dieses als die allgemeine Gattung, das «universale», fallen die wirklichen und möglichen Bäume. Ist nun das Wesen der Technik, das Ge-stell, die gemeinsame Gattung für alles Technische? Träfe dies zu, dann wäre z.B. die Dampfturbine, wäre der Rundfunksender, wäre das Zyklotron ein Ge-stell. Aber das Wort «Gestell» meint jetzt kein Gerät oder irgendeine Art von Apparaturen. Es meint noch weniger den allgemeinen Begriff solcher Bestände. Die Maschinen und Apparate sind ebensowenig Fälle und Arten des Ge-stells wie der Mann an der Schalttafel und der Ingenieur im Konstruktionsbureau. All das gehört zwar als Bestandstück, als Bestand, als Besteller je auf seine Art in das Ge-stell, aber dieses ist niemals das Wesen der Technik im Sinne einer Gattung. Das Ge-stell ist eine geschickhafte Weise des Entbergens, nämlich das herausfordernde. Eine solche geschickhafte Weise ist auch das hervorbringende [30] Entbergen, die *poiesis. Aber diese Weisen sind nicht Arten, die nebeneinandergeordnet unter den Begriff des Entbergens fallen. Die Entbergung ist jenes Geschick, das sich je und jäh und allem Denken unerklärbar in das hervorbringende und herausfordernde Entbergen verteilt und sich dem Menschen zuteilt. Das herausfordernde Entbergen hat im hervorbringenden seine geschickliche Herkunft. Aber zugleich verstellt das Ge-stell geschickhaft die *poiesis.

So ist denn das Ge-stell als ein Geschick der Entbergung zwar das Wesen der Technik, aber niemals Wesen im Sinne der Gattung und der essentia. Beachten wir dies, dann trifft uns etwas Erstaunliches: die Technik ist es, die von uns verlangt, das, was man gewöhnlich unter «Wesen» versteht, in einem anderen Sinne zu denken. Aber in welchem?

Schon wenn wir «Hauswesen», «Staatswesen» sagen, meinen wir nicht das Allgemeine einer Gattung, sondern die Weise, wie Haus und Staat walten, sich verwalten, entfalten und verfallen. Es ist die Weise, wie sie wesen. J. P. Hebel gebraucht in einem Gedicht «Gespenst an der Kanderer Straße», das Goethe besonders liebte, das alte Wort «die Weserei». Es bedeutet das Rathaus, insofern sich dort das Gemeindeleben versammelt und das dörfliche Dasein im Spiel bleibt, d.h. west. Vom Zeitwort «wesen» stammt erst das Hauptwort ab. «Wesen», verbal verstanden, ist das Selbe wie «währen»; nicht nur bedeutungsmäßig, sondern auch in der lautlichen Wortbildung. Schon Sokrates und Platon denken das Wesen von etwas als das Wesende im Sinne des Währenden. Doch sie denken das Währende als das Fortwährende (*aei on). Das Fortwährende finden sie aber in dem, was sich als das Bleibende durchhält bei jeglichem, was vorkommt. Dieses Bleibende wiederum entdecken sie im Aussehen (*eidos, *idea), z.B. in der Idee «Haus».

In ihr zeigt sich jenes, was jedes so Geartete ist. Die einzelnen wirklichen und möglichen Häuser sind dagegen wechselnde und [31] vergängliche Abwandlungen der «Idee» und gehören deshalb zu dem Nichtwährenden.

Nun ist aber auf keine Weise jemals zu begründen, daß das Währende einzig und allein in dem beruhen soll, was Platon als die *idea, Aristoteles als *to ti en einai (jenes, was jegliches je schon war), was die Metaphysik in den verschiedensten Auslegungen als essentia denkt.

Alles Wesende währt. Aber ist das Währende nur das Fortwährende? Währt das Wesen der Technik im Sinne des Fortwährens einer Idee, die über allem Technischen schwebt, so daß von hier aus der Anschein entsteht, der Name «die Technik» meine ein mythisches Abstraktum? Wie die Technik west, läßt sich nur aus jenem Fortwähren ersehen, worin sich das Ge-stell als ein Geschick des Entbergens ereignet. Goethe gebraucht einmal (Die Wahlverwandtschaften II. Teil, 10. Kap., in der Novelle «Die wunderlichen Nachbarskinder») statt «fortwähren» das geheimnisvolle Wort «fortgewähren». Sein Ohr hört hier «währen» und «gewähren» in einem unausgesprochenen Einklang. Bedenken wir nun aber nachdenklicher als bisher, was eigentlich währt und vielleicht einzig währt, dann dürfen wir sagen: Nur das Gewährte währt. Das anfänglich aus der Frühe Währende ist das Gewährende.

Als das Wesende der Technik ist das Ge-stell das Währende. Waltet dieses gar im Sinne des Gewährenden? Schon die Frage scheint ein offenkundiger Mißgriff zu sein. Denn das Ge-stell ist doch nach allem Gesagten ein Geschick, das in die herausfordernde Entbergung versammelt. Herausfordern ist alles andere, nur kein Gewähren. So sieht es aus, solange wir nicht darauf achten, daß auch das Herausfordern in das Bestellen des Wirklichen als Bestand immer noch ein Schicken bleibt, das den Menschen auf einen Weg des Entbergens bringt. Als dieses Geschick läßt das Wesende der Technik den Menschen in Solches ein, was er selbst von sich aus weder erfinden, noch gar machen [32] kann; denn so etwas wie einen Menschen, der einzig von sich aus nur Mensch ist, gibt es nicht.

Allein, wenn dieses Geschick, das Ge-stell, die äußerste Gefahr ist, nicht nur für das Menschenwesen, sondern für alles Entbergen als solches, darf dann dieses Schicken noch ein Gewähren heißen? Allerdings, und vollends dann, wenn in diesem Geschick das Rettende wachsen sollte. Jedes Geschick eines Entbergens ereignet sich aus dem Gewähren und als ein solches. Denn dieses trägt dem Menschen erst jenen Anteil am Entbergen zu, den das Ereignis der Entbergung braucht. Als der so Gebrauchte ist der Mensch dem Ereignis der Wahrheit vereignet. Das Gewährende, das so oder so in die Entbergung schickt, ist als solches das Rettende. Denn dieses läßt den Menschen in die höchste Würde seines Wesens schauen und einkehren. Sie beruht darin, die Unverborgenheit und mit ihr je zuvor die Verborgenheit alles Wesens auf dieser Erde zu hüten. Gerade im Ge-stell, das den Menschen in das Bestellen als die vermeintlich einzige Weise der Entbergung fortzureißen droht und so den Menschen in die Gefahr der Preisgabe seines freien Wesens stößt, gerade in dieser äußersten Gefahr kommt die innigste, unzerstörbare Zugehörigkeit des Menschen in das Gewährende zum Vorschein, gesetzt, daß wir an unserem Teil beginnen, auf das Wesen der Technik zu achten. So birgt denn, was wir am wenigsten vermuten, das Wesende der Technik den möglichen Aufgang des Rettenden in sich. Darum liegt alles daran, daß wir den Aufgang bedenken und andenkend hüten. Wie geschieht dies? Vor allem anderen so, daß wir das Wesende in der Technik erblicken, statt nur auf das Technische zu starren. Solange wir die Technik als Instrument vorstellen, bleiben wir im Willen hängen, sie zu meistern. Wir treiben am Wesen der Technik vorbei.

Fragen wir indessen, wie das Instrumentale als eine Art des Kausalen west, dann erfahren wir dieses Wesende als das Geschick eines Entbergens. [33]

Bedenken wir zuletzt, daß das Wesende des Wesens sich im Gewährenden ereignet, das den Menschen in den Anteil am Entbergen braucht, dann zeigt sich:
Das Wesen der Technik ist in einem hohen Sinne zweideutig. Solche Zweideutigkeit deutet in das Geheimnis aller Entbergung, d.h. der Wahrheit.

Einmal fordert das Ge-stell in das Rasende des Bestellens heraus, das jeden Blick in das Ereignis der Entbergung verstellt und so den Bezug zum Wesen der Wahrheit von Grund auf gefährdet. Zum anderen ereignet sich das Ge-stell seinerseits im Gewährenden, das den Menschen darin währen läßt, unerfahren bislang, aber erfahrener vielleicht künftig, der Gebrauchte zu sein zur Wahrnis des Wesens der Wahrheit. So erscheint der Aufgang des Rettenden.

Das Unaufhaltsame des Bestellens und das Verhaltene des Rettenden ziehen aneinander vorbei wie im Gang der Gestirne die Bahn zweier Sterne. Allein, dieser ihr Vorbeigang ist das Verborgene ihrer Nähe.

Blicken wir in das zweideutige Wesen der Technik, dann erblicken wir die Konstellation, den Sternengang des Geheimnisses.

Die Frage nach der Technik ist die Frage nach der Konstellation, in der sich Entbergung und Verbergung, in der sich das Wesende der Wahrheit ereignet.
Doch was hilft uns der Blick in die Konstellation der Wahrheit? Wir blicken in die Gefahr und erblicken das Wachstum des Rettenden.

Dadurch sind wir noch nicht gerettet. Aber wir sind daraufhin angesprochen, im wachsenden Licht des Rettenden zu verhoffen. Wie kann dies geschehen? Hier und jetzt und im Geringen so, daß wir das Rettende in seinem Wachstum hegen. Dies schließt ein, daß wir jederzeit die äußerste Gefahr im Blick behalten. [34]
Das Wesende der Technik bedroht das Entbergen, droht mit der Möglichkeit, daß alles Entbergen im Bestellen aufgeht und alles sich nur in der Unverborgenheit des Bestandes darstellt. Menschliches Tun kann nie unmittelbar dieser Gefahr begegnen. Menschliche Leistung kann nie allein die Gefahr bannen. Doch menschliche Besinnung kann bedenken, daß alles Rettende höheren, aber zugleich verwandten Wesens sein muß wie das Gefährdete.

Vermöchte es dann vielleicht ein anfänglicher gewährtes Entbergen, das Rettende zum ersten Scheinen zu bringen inmitten der Gefahr, die sich im technischen Zeitalter eher noch verbirgt als zeigt?

Einstmals trug nicht nur die Technik den Namen *techne. Einstmals hieß *techne auch jenes Entbergen, das die Wahrheit in den Glanz des Scheinenden hervorbringt.
Einstmals hieß *techne auch das Hervorbringen des Wahren in das Schöne. *Techne hieß auch die *poiesis der schönen Künste. Am Beginn des abendländischen Geschickes stiegen in Griechenland die Künste in die höchste Höhe des ihnen gewährten Entbergens. Sie brachten die Gegenwart der Götter, brachten die Zwiesprache des göttlichen und menschlichen Geschickes zum Leuchten. Und die Kunst hieß nur *techne. Sie war ein einziges, vielfältiges Entbergen. Sie war fromm, *promos, d.h. fügsam dem Walten und Verwahren der Wahrheit.

Die Künste entstammten nicht dem Artistischen. Die Kunstwerke wurden nicht ästhetisch genossen. Die Kunst war nicht Sektor eines Kulturschaffens.

Was war die Kunst? Vielleicht nur für kurze, aber hohe Zeiten? Warum trug sie den schlichten Namen *techne? Weil sie ein her- und vor-bringendes Entbergen war und darum in die *poiesis gehörte. Diesen Namen erhielt zuletzt jenes Entbergen als Eigennamen, das alle Kunst des Schönen durchwaltet, die Poesie, das Dichterische. [55]

Der selbe Dichter, von dem wir das Wort hörten:

«Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.»


sagt uns:

«... dichterisch wohnet der Mensch auf dieser Erde.»


Das Dichterische bringt das Wahre in den Glanz dessen, was Platon im «Phaidros» *to ekphanestaton nennt, das am reinsten Hervorscheinende. Das Dichterische durchwest jede Kunst, jede Entbergung des Wesenden ins Schöne.

Sollten die schönen Künste in das dichterische Entbergen gerufen sein? Sollte das Entbergen sie anfänglicher in den Anspruch nehmen, damit sie so an ihrem Teil das Wachstum des Rettenden eigens hegen, Blick und Zutrauen in das Gewährende neu wecken und stiften?

Ob der Kunst diese höchste Möglichkeit ihres Wesens inmitten der äußersten Gefahr gewährt ist, vermag niemand zu wissen. Doch wir können erstaunen. Wovor? Vor der anderen Möglichkeit, daß überall das Rasende der Technik sich einrichtet, bis eines Tages durch alles Technische hindurch das Wesen der Technik west im Ereignis der Wahrheit.

Weil das Wesen der Technik nichts Technisches ist, darum muß die wesentliche Besinnung auf die Technik und die entscheidende Auseinandersetzung mit ihr in einem Bereich geschehen, der einerseits mit dem Wesen der Technik verwandt und andererseits von ihm doch grundverschieden ist. Ein solcher Bereich ist die Kunst. Freilich nur dann, wenn die künstlerische Besinnung ihrerseits sich der Konstellation der Wahrheit nicht verschließt, nach der wir fragen.

Also fragend bezeugen wir den Notstand, daß wir das Wesende der Technik vor lauter Technik noch nicht erfahren, daß wir das [36] Wesende der Kunst vor lauter Ästhetik nicht mehr bewahren. Je fragender wir jedoch das Wesen der Technik bedenken, um so geheimnisvoller wird das Wesen der Kunst. Je mehr wir uns der Gefahr nähern, um so heller beginnen die Wege ins Rettende zu leuchten, um so fragender werden wir. Denn das Fragen ist die Frömmigkeit des Denkens. [37]

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Paul Häberlin: Philosophische Anthropologie, Antropología filosófica (1950)

Actas del Primer Congreso Nacional de Filosofía (Mendoza 1949), Universidad Nacional de Córdoba, Buenos Aires 1950, tomo II, págs. 1034-1044.

(Sesiones: III. Filosofía de la existencia.)

http://www.filosofia.org/aut/003/m49a1034.htm

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Babette Babich: A Philosophical Shock’: Foucault’s Reading of Heidegger and Nietzsche

Although there is no lack of efforts to read Foucault and Nietzsche together or indeed to align Foucault and Heidegger, Foucault scholarship overall tends to be split on these same terms. The author argues that the opposition is misleading for the complicated reason that Foucault’s Heidegger can only be understood on Nietzschean terms while and at the same time, Foucault’s Nietzsche only takes place by way of Heidegger albeit (and this point simply cannot be overemphasized) a very Frencophone reading of Heidegger.

Michel Foucault analyzes the formation of the ‘subject’ or ‘self’ in a post-Nietzschean, post-Heideggerian, quasi-Marxist, or today, we had better correct that to say, just because few scholars have any desire to be named Marxist: simply, vaguely leftist context,1 exceeding what has been called the poststructuralist as much as the postmodern moment by means of different epistemic discourses of imitation, representation, but also rhetorical or ‘stylistic’ discourses and including practical or therapeutic analysis. Additionally, to recall the important question of practice and the increasingly popular language of philosophical therapy, more than Nietzsche’s vision of either convalescence (and nihilism) or healing or indeed of the philosopher as lawgiver or a physician of culture, Foucault is illuminated by Pierre Hadot’s analysis of the Stoic ‘art’ of philosophy as ‘a way of life.’ (...)

Babich, Babette, ""‘A Philosophical Shock’: Foucault’s Reading of Heidegger and Nietzsche." In: C. G. Prado, ed., Foucault’s Legacy
(London: Continuum, 2009), pp. 19-41." (2009). Articles, Book-Chapters, and Essays by Babette Babich. Paper 11.
http://fordham.bepress.com/phil_babich/11

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Benedito Nunes: Filosofia da Vida em Dilthey

Se a "filosofia da vida" é caudalosa e difusa, o termo "vida" é extensivo e ambíguo: sujeito e objeto ao mesmo tempo, tal como empregado por Dilthey, é acolhido por Heidegger em seu Interpretações Fenomenológicas de Aristóteles, de 1922, um escrito dirigido a Paul Natorp, em Marbourg, e que constitui o primeiro esboço da Analítica do Dasein. Neste ponto, Heidegger trata da vida fática [dem faktischen Leben] e dá a explicitação de sua mobilidade fundamental como fim da pesquisa filosófica, que tem por objeto o Dasein humano [menschliches Dasein], interrogando-o do ponto de vista do seu ser. "A polissemia do termo vida, e seu uso equívoco, não deve servir de pretexto para rejeitá-lo simplesmente", escreve Heidegger.

Encontramos depois em Ser e Tempo duas referências a Dilthey, cuja obra se esgalhou em dois ramos principais: o epistemológico, das ciências do espírito [Geisteswissenschaften], e o histórico, relativo às visões do mundo [Weltanschauungen], a partir de uma concepção da experiência da vida, enquanto conexão de vivências [Erlebnissen]. Heidegger se refere, em Ser e Tempo, a esses dois tópicos. A conexão de vivências, como mostra a própria expressão "experiência da vida", em Dilthey, é de caráter psicológico. Baseia-se na estrutura psíquica do ser humano, assentando nas três funções anímicas - afetividade, inteligência e vontade - que condicionam a nossa relação com o mundo, imprimindo direção ao conhecimento teórico e à atividade prática.

Cabe, neste momento, voltarmos à expressão de Schlegel: "a filosofia sempre começa no meio, como a poesia épica". Para Dilthey, o in media res é a experiência da vida; desse modo, a filosofia depende das conexões psíquicas do ser humano, pois que são essas conexões que regem as suas relações com o mundo. Realçava, portanto, a "filosofia da vida" o elemento pré-teórico do pensamento. Sabemos que Dilthey procurou, na vertente epistemológica de sua obra, determinar uma razão histórica, por oposição à razão predominante nas ciências da natureza. Desse ponto de vista, estabeleceu a distinção, que continua a ser discutida, entre a explicação (nas Ciências da natureza) e a compreensão (nas Ciências do espírito). Como as Ciências do espírito, que culminam na História e têm por base a Psicologia, abrangem setores de uma só realidade histórica (Moral, Direito, Arte etc.), o problema com o qual se defronta Dilthey é a possibilidade do conhecimento histórico, ou de uma razão histórica. Mas que conhecimento histórico é esse que decorre de um lastro psíquico, baseado em funções vitais, anímicas, que são um derivativo da teoria das faculdades da alma?

Vamos resumir o ponto de vista de Dilthey. As ciências da natureza investigam fatos; suas conclusões são hipotéticas, mediante o estabelecimento de leis. Explicam os fenômenos subsumindo-os a leis, remontando a uma determinação geral, a uma legalidade, o que dá resposta a uma situação externa. Nas Ciências do espírito, os fenômenos são internos, a realidade apresentando-se como uma conexão viva, originariamente dada, primária, segundo o próprio Dilthey, ao tratar da "Psicologia descritiva". Uma conexão primária é aquela que não pode ser reduzida a um conceito, mas que é determinativa para a elaboração dos próprios conceitos. Por isso, a natureza é explicada, e a vida anímica, prolongando-se na história, é compreendida. O que é a vida anímica? É a vida dos sujeitos psicofísicos, individuais, que têm as suas determinações, as suas categorias próprias.

A primeira determinação categorial é a temporalidade, que implica a relação do presente com o passado e de ambos com o futuro. Mas a "filosofia da vida" não privilegiaria o futuro, como de certa forma Heidegger o fez na concepção da temporalidade. A "filosofia da vida" privilegiou o nexo do presente com o passado. Essa relação do presente com o passado constitui o curso de vida. Escreve Dilthey:
O viver é um transcurso no tempo, em que cada estado, antes de converter-se em objeto distinto, já está mudando, pois que o momento seguinte se constrói sobre o anterior e, nesse transcurso, cada momento, entretanto não captado, se transforma em passado.
Não se pode, entretanto, sair com facilidade do âmbito psicológico, porque o curso de vida se compõe de vivências, sempre referidas ao Eu. Se falamos em vivências, falamos do modo de viver algo, o que significa subjetivizar aquilo que acontece. Vivência é sempre vivência de alguém. Entretanto, as vivências se ordenam, têm conexão entre si; e Dilthey aponta essa conexão como outra das categorias da vida. Suporte das duas categorias, a temporalidade e a conexão, a vivência equivale à vida; mas a vida não é uma entidade biológica, e sim a vida de alguém, a vida do objeto no sujeito e para o sujeito. Na "filosofia da vida" de cunho biológico, como a de Bergson, sobressai o conceito de evolução progressiva, criadora, que denomina um dos mais conhecidos escritos desse filósofo. A vivência é a unidade do que é psíquico, a vivência da própria vida [Erleben des eignen Lebens], que Dilthey, sem fugir à tautologia, trata a título de compreensão originária, de forma originária do compreender. Esta se alarga, porém, com a compreensão da vida de outrem, da vida estranha a mim. Mas, nesse plano, a vida estranha a mim é a vida histórica; e dada a importância do passado, na categoria da temporalidade em Dilthey, eu só posso recuperar a vida histórica por intermédio de uma empatia [Einfühlung], sentindo-a como aquilo que me é estranho. Queremos mostrar que a compreensão é coesiva da vivência e da reflexão que a transvive pela memória. Mas, segundo adverte Dilthey, em diversos textos, a compreensão não é a compreensão da vida, a decifração do que ela é em si; se a compreendemos é porque nela já estamos, como no palco onde o pensamento vai se desenvolver. O que compreendemos, portanto, não é a vida em si, que permanece um enigma; compreendemos os significados em que a vida se traduz ou se exprime, ou seja, as categorias da vida. Se falamos de expressão, falamos também de valor. A expressão varia conforme os valores e os fins que são visados pelo homem.

Mas não podemos omitir o prolongamento da vida que subsidia essa compreensão: a ação recíproca das unidades psicofísicas, isto é, dos indivíduos, de que nasce a realidade sócio-histórica. Sob esse aspecto Dilthey tem uma vinculação muito forte com Hegel, já denunciada pelo próprio elo das "Ciências do Espírito" com a tradição hegeliana. Justamente a expressão dessa realidade sócio-histórica está nos produtos da cultura. Como o essencial é psíquico, portanto subjetivo, a realidade sócio-histórica, que provém da ação recíproca dos indivíduos, objetifica o psíquico nos produtos da cultura. Na terminologia hegeliana, seriam estes objetificações do espírito. E uma das principais objetificações do espírito é o produto cultural que chamamos de escrita. Se é assim, também, do ponto de vista da expressão, firma-se uma das categorias principais da vida: o significado. Não há nada que o homem possa viver quer individual, quer culturalmente, que seja destituído de significado. Dilthey chega mesmo a afirmar que "o significado é a categoria mais ampla com que abarcamos a vida".

Heidegger, porém, diga-se de passagem, vai desvincular a apropriação filosófica do significado da atividade do espírito. Em Ser e Tempo, a significatividade, ou a "significância", surge do próprio comportamento humano na sua prática cotidiana. Isso nos mostra antecipadamente, também, o lado "pragmático", que não pode deixar de ser considerado da filosofia heideggeriana, já entrevisto na aproximação do filósofo com Aristóteles, não só através da Metafísica, como também da Ética a Nicômaco. Quem fala deste último, fala da sophrosine, que é a virtude prática por excelência.

Fonte: Speculum

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Jethro Masís: Facetas de Formación del Joven Heidegger: De las Tesis Universitarias a la Primera Lección en la Universidad

Este artículo pretende mostrar el camino académico y personal del joven Heidegger que surge de las dos disertaciones universitarias (1913 y 1915 respectivamente) y que culmina en la primera lección impartida en la Universidad de Friburgo acerca de la determinación de la filosofía (1919). En primer lugar, se pretende dar cuenta de las circunstancias personales que convencieron a Heidegger de cambiar sus intenciones tempranas de convertirse en sacerdote, luego en teólogo y finalmente en filósofo confesional católico por medio de un examen de los temas filosóficos que motivan su obra temprana (el neokantismo, la gramática especulativa medioeval y la fenomenología husserliana). En segundo lugar, se aborda la primera lección friburguesa en la que el joven filósofo intenta minar la primacía de lo teorético y en que lanza una serie de notables objeciones (de carácter hermenéutico) contra la fenomenología husserliana.

Facetas de Formación del Joven Heidegger: De las Tesis Universitarias a la Primera Lección en la Universidad

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Alexandre Franco Sá: Finitude e liberdade na confrontação de Heidegger com Kant

O estudo que aqui pretendemos apresentar parte da consideração
conjugada de dois aspectos essenciais que caracterizam o desenvolvimento do pensamento de Heidegger no seguimento da publicação
da primeira parte de Sein und Zeit, em 1927.

O primeiro aspecto a que nos referimos consiste no facto de Heidegger, depois de publicadas as duas primeiras secções da primeira
parte dessa obra, não ter prosseguido o plano inicial, deixando assim
incompleta aquilo a que se poderia chamar a sua primeira tentativa de
elaboração de uma “ontologia fundamental”. Com efeito, nas páginas publicadas em 1927 sob o título Sein und Zeit, Heidegger esboça aquilo a que ele mesmo chama uma “analítica preparatória do Dasein”, ou seja, uma analítica preparatória do ente que “nós mesmos
somos”, abordando-o a partir da “abertura ao ser”, da compreensão
do ser (Seinsverständnis), que determina a constituição ontológica
desse mesmo ente. Uma tal analítica era preparatória na medida em
que deveria preparar uma ontologia fundamental: uma consideração
do ser em geral na sua articulação meta-ontológica com os vários
modos de ser possíveis, os quais deveriam ser fenomenologicamente
diferenciados e caracterizados. é justamente esta ontologia fundamental meta-ontologicamente articulada, a qual deveria ser estabelecida na sequência do projecto delineado em Ser e tempo, que é
deixada por Heidegger num estado de incompletude.

O segundo aspecto que pela nossa análise é visado consiste no
facto de Heidegger ter trocado a prossecução do plano inicial de Sein
und Zeit, em relação à qual as lições de Marburgo do semestre de
Verão de 1927, desenroladas sob o título Grundprobleme der Phänomenologie, representam um derradeiro esforço1, por uma confrontação (Auseinandersetzung) com o – ou, o que na terminologia de Sein und Zeit é o mesmo, por uma “destruição” (Destruktion) do – projecto crítico de Kant. é uma tal confrontação que se inicia com as
lições intituladas Phänomenologische Interpretation von Kants Kritik der reinen Vernunft, as quais decorrem no semestre de Inverno de
1927-1928, e que atinge o seu ponto culminante com a publicação
de Kant und das Problem der Metaphysik, em 1929, no contexto do
debate de Davos com Ernst Cassirer. E é nesta mesma confrontação
com o projecto crítico de Kant que Heidegger interpreta este mesmo
projecto a partir da sua contraposição ao neokantismo da Escola de
Marburgo.

Conferência inédita, proferida em 2007, no Brasil - em arquivo PDF

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Michael Inwood: - A Heidegger Dictionary

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The author traces the history of 100 concepts from 'aletheia' to 'world' through Heidegger's entire career, from the earlier lectures to his later essays and seminars - including many that are not yet translated.

Inwood, Michael - A Heidegger Dictionary, Oxford-Malden, Blackwell 1999

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A. Tatossian: The Phenomenology of Psychoses (1979)

The main thrust of phenomenological psychiatry is the teaching of a new way of approaching experience. This will be developed in later parts of this treatise. Here we are concerned with the history of the movement, which itself brings out this theme quite adequately. It is not possible to go into the entire complexity of the history, but we can trace two important strands, both of which emanated from that historic day, the 25th November 1922, which we can say marked the debut of phenomenological psychiatry. The occasion was the 63rd meeting of the Swiss Society for Psychiatry, which was held in Zurich, and where Minkowski presented his study of a case of ‘schizophrenic melancholy’ and of the disturbance of time which underpinned it, and where Binswanger discussed his views on phenomenology itself. (...)

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Martin Heidegger: A época das imagens de mundo (

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Tradução de Claudia Drucker, com consulta às traduções de Wolfgang Brockmeier para o francês, em Chemins que ne mènent nulle part (Paris: Gallimard, 1986, pp. 99-146), e de William Lovitt para o inglês, em The Question Concerning Technology and Other Essays (Nova Iorque: Harper, 1977, pp. 115-154).

Com a metafísica se consuma uma reflexão sobre a essência do ente e uma decisão sobre a essência da verdade. A metafísica funda uma época, na medida em que lhe concede o fundamento da sua configuração essencial através de uma interpretação específica do ente e de uma acepção específica da verdade. Este fundamento governa todas as manifestações que caracterizam uma época. Reciprocamente, é preciso que o fundamento metafísico possa ser reconhecido nestas manifestações, para que haja uma reflexão apropriada sobre elas. A reflexão é a coragem de tornar dignos de questionamento, no mais alto grau, a verdade das próprias premissas e o âmbito dos próprios propósitos (cf. apêndice 1).

A ciência pertence às manifestações mais essenciais da época moderna [Neuzeit]. Uma manifestação de igual porte é a técnica maquinal. Não se deve de forma alguma compreender mal esta última, como se fosse a simples aplicação da ciência natural moderna à prática. A técnica maquinal é propriamente uma metamorfose autônoma da prática, de tal forma que ela mesma exige o emprego da ciência natural matematizada. A técnica maquinal continua sendo, até agora, a decorrência mais visível da técnica moderna, que é idêntica à essência da metafísica moderna.

Uma terceira manifestação da época moderna, igualmente importante, reside no processo por meio do qual a arte entra para o domínio da estética. Isto significa que a obra de arte se transforma em objeto de uma vivência. Do mesmo modo, a arte passa a equivaler a uma expressão da vida humana.

Uma quarta manifestação moderna se anuncia no modo como a ação humana passa a ser concebida e consumida: como cultura. A cultura é, então, a realização dos valores superiores através do cultivo dos dons supremos do homem. Trata-se, na essência da cultura tomada como tal cultivo, de cultivar a si mesma expressamente e de se tornar, assim, uma política da cultura.

Uma quinta manifestação da época moderna é o desendeusamento. Esta expressão não designa o abandono puro e simples dos deuses, o ateísmo rude. O desendeusamento é o processo duplo por meio do qual, por um lado, a imagem de mundo se cristianiza, na medida em que a base do mundo se cristaliza como o infinito, incondicionado e absoluto, enquanto, por outro lado, a cristandade troca o sentido do seu cristianismo pelo de uma visão de mundo [Weltanschauung] (a visão de mundo cristã). Assim, ela se torna adequada à época moderna. O desendeusamento é a condição em que ocorre a indecisão a respeito de Deus e dos deuses. A cristandade tem a maior parcela de responsabilidade pelo desdobramento desta indecisão. Mas o desendeusamento não exclui a religiosidade. De fato, precisamente graças a ela a relação com os deuses se transmuta em vivência religiosa. Quando isto acontece, é porque os deuses fugiram. O vazio deixado é preenchido pela investigação histórica e psicológica sobre o mito.

Qual acepção do ente e qual interpretação da verdade encontram-se na base destas manifestações?

Restringimo-nos a perguntar sobre a primeira manifestação mencionada, a ciência.

Em que reside a essência da ciência moderna?

Que acepção do ente e da verdade fundamentam esta essência? Se for possível obter o acesso ao fundamento metafísico sobre o qual a ciência enquanto moderna repousa, então a essência da época moderna se tornará reconhecível, em geral, a partir dele.

Quando empregamos a palavra “ciência” nos dias de hoje, damos a entender algo essencialmente distinto da doctrina e scientia medievais, bem como da epistéme grega. A ciência grega nunca foi exata, e precisamente devido ao fato de não poder ser exata, nem precisar ser, de acordo com a própria essência. Por isso, não faz sentido algum sustentar que a ciência moderna é mais exata que a da Antiguidade. Tampouco se pode dizer que a doutrina galileana sobre a queda livre dos corpos é verdadeira [wahr], e que é falsa a doutrina aristotélica, segundo a qual os corpos leves tendem ao alto; pois a concepção grega da essência dos corpos, do lugar e da relação entre ambos repousa sobre uma interpretação diferente do ente. Por conseguinte, a interpretação grega do ente condiciona uma forma correspondente de ver e investigar os processos naturais, e diferente. Ninguém se permite flagrar afirmando que a poesia de Shakespeare representa um progresso, se comparada com a de Ésquilo. Contudo, ainda mais impossível é dizer que a concepção moderna do ente é mais correta [richtig] que a grega. Se, em vista disso, quisermos conceber a essência da ciência moderna, devemos, antes de tudo, nos libertar do hábito de diferenciar a ciência moderna da antiga de forma simplesmente gradual, tomando a perspectiva do progresso.

A essência daquilo que hoje em dia se chama ciência consiste na pesquisa. Em que consiste a essência da pesquisa?

Ela consiste no fato de o conhecimento se instalar em um âmbito do ente, da natureza ou da história, enquanto procedimento [Vorgehen]. Procedimento não significa, aqui, apenas o método ou processamento [Verfahren], pois cada procedimento exige de saída uma esfera dentro do qual se move. Mas o procedimento básico da pesquisa consiste precisamente em franquear tal esfera. Ele se consuma através da projeção de um traço fundamental [Grundriss] de algum âmbito do ente: por exemplo, quando, na natureza, um traço básico dos processos naturais é projetado. O projeto delineia de que modo o procedimento cognitivo adere, obrigatoriamente, à esfera franqueada. Esta obrigatoriedade é o rigor da pesquisa. O procedimento se assegura do âmbito de ser da sua esfera de objetos através do projeto do traço fundamental e da determinação do rigor. Um olhar na direção da primeira ciência moderna, e ao mesmo tempo a normativa, a saber, a física matemática, esclarecerá o que se quer dizer. Na medida em que a física atômica moderna ainda é física, o mesmo pode ser dito dela, em essência, pois só a essência é visada aqui.

A física moderna se chama matemática, pois emprega em sentido eminente uma matemática bastante específica. Só que ela só pode prosseguir de modo matemático porque já é matemática em um sentido profundo. Tà mathémata significa em grego aquilo que o homem já sabe de antemão ao considerar os entes e ao lidar com as coisas: nos corpos, é o corpóreo, nas plantas, é o botânico, nos animais, é o zoológico e no homem, é a humanidade [das Menschenartige]. Pertence ao rol de todos estes conhecimentos prévios, isto é, ao rol do matemático, também o conhecimento dos números. Quando nos deparamos com três maçãs sobre a mesa, reconhecemos que há três delas. Mas o número três, a tríade, já eram nossos conhecidos. Isto significa que o número é algo matemático. Os números ao mesmo tempo são o mais evidente dentre os sempre-já-conhecidos e exibem a forma mais familiar do matemático. Só por esta razão a designação “o matemático” foi reservada, logo a seguir, para o numérico. Contudo, o numérico não determina de modo algum a essência do matemático. A física é, em geral, o conhecimento da natureza, e por isso especialmente o conhecimento do materialmente corpóreo em seu movimento, pois em tudo o que é natural anuncia-se o materialmente corpóreo, em toda parte e imediatamente, ainda que corporeidade e movimento assumam formas diferentes. Se a física se configura expressamente como matemática, isto significa que algo se descobre de antemão, através dela e para ela, como o já-conhecido. Esta descoberta corresponde a nada menos que o projeto do que a natureza, a partir de agora, deve ser, em vista do conhecimento buscado. A natureza é o sistema autossuficiente do movimento dos pontos de massa coordenados espaço-temporalmente. Outras determinações decorrentes deste traço fundamental da natureza assim franqueado e instalado são: o movimento significa deslocamento. Nenhum movimento ou direção de movimento difere de qualquer outro. Cada lugar é igual ao outro. Nenhum ponto no tempo tem precedência sobre qualquer outro. A força se define por — isto é, é — seu resultado, de acordo com o movimento, que por sua vez é deslocamento dentro da unidade do tempo [Jede Kraft bestimmt sich nach dem, d. h. ist nur das, was sie an Bewegung und d. h. wieder an Orstveränderungsgrösse in der Zeiteinheit zur Folge hat]. Todo processo deve ser visto de antemão a partir deste traço fundamental. Um processo natural só se torna visível dentro do âmbito de visibilidade aberto por ele. Esta projeção da natureza se certifica dela, à medida que a pesquisa física junge a si cada passo investigativo. Esta junção obrigacional, o rigor da pesquisa, recebe o seu caráter próprio do projeto. O rigor da ciência natural matematizada é a exatidão. Aqui, todos os processos devem ser determinados de antemão como grandezas espaço-temporais de movimento, para que possam ser sequer representados como processos naturais. Tal determinação se consuma na medida através de números e contas. Contudo, não é por isso que a ciência natural é exata, isto é, porque calcula corretamente. Ao contrário, ela precisa calcular deste modo porque o jugo com que sua esfera de objetos está comprometido tem o caráter da exatidão. Por sua vez, todas as ciências do espírito, e de fato todas as ciências da vida, têm de ser inexatas, se quiserem, precisamente, permanecer rigorosas. De fato, é possível açambarcar [auffassen] o vivente como uma grandeza de movimento espaço-temporal, mas aí já não se o abarca [fassen]. O elemento de inexatidão nas ciências do espírito não é nenhuma lacuna, mas a satisfação de uma exigência essencial deste modo de pesquisar. Sem dúvida, se comparadas com o rigor das ciências exatas, a projeção e certificação da esfera de objetos das ciências históricas não são apenas executadas de forma diferente. Os resultados são alcançados de modo muito mais árduo do que os alcançados pelo rigor.

No rigor do procedimento, a ciência se transforma em pesquisa através do projeto e do asseguramento deste. Projeto e rigor se desdobram, porém, de modo iminente, até a sua forma definitiva, no método. O método assinala a segunda característica essencial da pesquisa. Para que a esfera projetada se torne objetiva, é preciso que possam vir ao nosso encontro todas as suas camadas e entrelaçamentos. Assim, o procedimento precisa ter uma visão desimpedida para a mutabilidade daquilo que vem ao seu encontro. A abundância do particular, isto é, dos fatos, só se mostra dentro do âmbito de visão do caráter de sempre-outro da mudança. O procedimento deve, por isso, representar o mutante em sua mutabilidade, torná-lo fixo, ao mesmo tempo em que concede ao movimento a sua mobilidade. A regra é aquilo que, nos fatos, permanece, e o que enquanto tal é constante nas suas modificações. A lei é aquilo que é constante nas modificações junto com a necessidade do seu desenrolar. Os fatos se tornam os fatos que são, pela primeira vez, ao adentrar o âmbito de visão da regra e da lei. A pesquisa factual no domínio da natureza é, em si, a instalação e comprovação da regra e da lei. O método por meio do qual uma esfera de objetos chega a ser representada tem a característica do esclarecimento a partir do claro, da explicação. Esta permanece ambígua. Ela fundamenta um desconhecido através de um conhecido e, ao mesmo tempo, certifica-se deste através de um desconhecido. A explicação se consuma na investigação. Esta ocorre nas ciências da natureza segundo a forma respectiva de cada campo de investigação e do objetivo que, através do experimento, a explicação visa. Mas a ciência da natureza não se transforma em pesquisa por causa do experimento; ao contrário, o experimento se torna possível pela primeira vez e unicamente porque o conhecimento da natureza é tomado como pesquisa. Uma vez que a física moderna é essencialmente matemática, e apenas por esta razão, ela também pode ser experimental. Uma vez que nem a doctrina medieval, nem a epistéme grega são ciências, no sentido da pesquisa, elas nunca chegam a ser experimentais. De fato, Aristóteles foi o primeiro a compreender o que empeiria (experientia) significa: a observação das próprias coisas, de suas particularidades e modificações sob condições cambiantes, e por isso o conhecimento do modo como as coisas se relacionam segundo a regra. Uma observação, porém, que visa tal conhecimento, isto é, o experimentum, ainda é essencialmente distinta do experimento na pesquisa, daquilo que pertence à ciência enquanto pesquisa. É o caso mesmo quando os antigos e medievais trabalham com números e medições; é o caso, ainda, quando a observação recorre a determinadas precauções e instrumentos de trabalho, pois aqui falta, sem exceção, o que é decisivo no experimento: começar com uma lei, que é tomada por base. Preparar e estabelecer um experimento significa representar uma condição de acordo com a qual um sistema específico de movimentos pode ser acompanhado na necessidade do seu decurso, de tal forma que o sistema pode ser dominado de antemão pela calculação. O estabelecimento de uma lei se consuma com respeito ao traço fundamental da esfera de objetos. Esta concede a medida, assim como condiciona uma representação previamente explicativa das condições. Tal representação, através da qual e em vista da qual o experimento começa, não é nenhuma fantasia aleatória. Por isso Newton declarou: hypotheses non fingo, as bases tomadas por ponto de partida não são aleatoriamente imaginadas. Elas se desdobram a partir do traço básico da natureza, e se inscrevem nele. O experimento é o método cujo planejamento e execução são sustentados e conduzidos por uma lei tomada por base, para que os fatos possam comprovar a lei ou negar-lhe a confirmação. Quanto mais exato for o traço básico projetado para a natureza, mais exata se torna a possibilidade do experimento. O famoso escolástico medieval Roger Bacon não pode de modo algum ser o precursor da pesquisa experimental moderna; antes, ele é um continuador de Aristóteles, uma vez que, neste meio tempo, por ação da cristandade, a posse da verdade passou a ser da fé, do consentimento à palavra escrita e à doutrina da Igreja. O conhecimento e doutrina supremos passaram a ser a teologia, entendida como interpretação da palavra sagrada sobre a revelação, fixada nas Escrituras e anunciada pela Igreja. Nesse caso, o conhecimento não é pesquisa, mas a compreensão correta da palavra normativa e das autoridades que a proclamam. Eis porque a aquisição do conhecimento na Idade Média dá a primazia ao esclarecimento das palavras e das opiniões doutrinais das diversas autoridades. O componere scripta et sermones, o argumentum ex verbo é decisivo, e ao mesmo tempo a razão pela qual a filosofia platônica e a aristotélica, tal como transmitida pela tradição, se transformou em dialética escolástica. Se Roger Bacon exige o experimentum — e ele o faz —, não é porque tem em mente o experimento da ciência enquanto pesquisa. Ao contrário, ele exige, ao invés do argumentum ex verbo, o argumentum ex re, ao invés do esclarecimento das opiniões doutrinais, a observação das próprias coisas, ou seja, a empeiria aristotélica.

O experimento investigativo moderno, porém, não é uma observação mais acurada, em escala maior ou mais refinada em grau, mas um procedimento planejado de forma essencialmente distinta, com vistas à comprovação da lei, no contexto de um projeto exato da natureza e a serviço dele. Nas ciências históricas, o correspondente ao experimento do pesquisador da natureza é a crítica das fontes. Este nome significa aqui o conjunto da descoberta, classificação, asseguramento, exploração, armazenamento, e interpretação das fontes. É verdade que o esclarecimento histórico baseado na crítica das fontes não encontra, para os fatos, regras e leis. Mas tampouco ele se limita a simplesmente relatar os fatos. O procedimento visa, tanto no caso das ciências históricas como no caso como no caso das ciências naturais, instalar de antemão algo enquanto permanente, assim como fazer da história [Geschichte] um objeto. A história só pode se tornar objetiva quando é passado. O permanente no passado é o que outrora-sempre-já-foi, o comparável, de tal modo que o singular e o diverso são compensados e aplainados, quando depositados na conta da história. Na comparação permanente de tudo com tudo, o compreensível é extraído pelo cálculo, garantido e fixado como traço fundamental da história. O âmbito da pesquisa histórica só se estende até onde alcança a explicação histórica. O singular, o raro, o simples — em uma palavra, o grande na história — nunca é imediatamente compreensível e permanece, por isso, incompreensível. A pesquisa histórica não nega o grande na história; melhor dizendo, ela o explica como exceção. Nesta forma de explicação, o grande é comparado com o habitual e o nivelado. Não existe outra forma de explicação histórica, enquanto explicação significar a recondução ao compreensível do qual já se partiu, e enquanto a historiografia [Historie] permanecer pesquisa, isto é, explicação. Visto que a historiografia enquanto pesquisa projeta o passado e o torna objetivo como um conjunto de resultados que pode ser explicado e recenseado, por isso mesmo a crítica das fontes é requerida enquanto instrumento da objetivação. À medida que a historiografia se aproxima do estudo da imprensa, os critérios da crítica também se modificam.

Toda ciência é necessariamente individual, uma vez que se funda sobre o projeto de uma esfera de objetos delimitada, de acordo com o seu caráter de pesquisa. Mas cada ciência individual precisa também se especializar em campos específicos da investigação à medida que, por meio de seu procedimento, seu projeto se desdobra. Esta particularização (especialização) não é de forma alguma apenas a manifestação concomitante e mais visível da impossibilidade crescente de se abarcar com a vista os resultados da pesquisa. Ela não é um mal necessário, mas uma necessidade essencial da ciência enquanto pesquisa. A especialização não é a consequência, mas o fundamento do progresso de toda pesquisa. O método da pesquisa é tal que ela não se dispersa em investigações casuais, de modo a se perder nelas, pois a ciência moderna se caracteriza por um terceiro processo fundamental: a exploração organizada [Betrieb] (cf. apêndice 2).

Com isso se entende, em primeiro lugar, o fenômeno de uma ciência, seja ela natural ou humana, só atingir hoje a reputação de ciência quando é passível de ser institucionalizada. Só que a pesquisa não é uma exploração organizada porque o seu trabalho é realizado em instituições; ao contrário, os institutos são necessários porque a ciência, em si mesma e enquanto pesquisa, tem o caráter de exploração organizada. O procedimento que conquista as esferas individuais de objetos não se limita a acumular resultados. É bem antes o caso que ele se prepara para um novo procedimento, com a ajuda dos seus resultados. No conjunto de máquinas necessário para que a física execute a desintegração do átomo aloja-se a física inteira até agora. Da mesma forma, os fundos usáveis como fontes pela pesquisa histórica só se tornam empregáveis se as próprias fontes são asseguradas com base na explicação histórica. Nestes procedimentos, o método da ciência é envolvido e isolado por seus resultados. O método guia-se sempre e cada vez mais pelas possibilidades de procedimento mostradas por ele mesmo. Esta compulsão a orientar-se pelos próprios resultados, como se fossem caminhos e meios do método que progride, é a essência do caráter de exploração organizada da pesquisa. Este, por sua vez, é o fundamento interno da necessidade do seu caráter institucional.

Na exploração organizada, o projeto de uma esfera de objetos é, pela primeira vez, encaixado no ente. Enquanto medidas adotadas, de forma alguma as disposições que facilitam uma união planejável dos modos de proceder, exigem a comunicação e correção recíprocas dos resultados e regulam o intercâmbio da força de trabalho são simples consequências externas da ampliação e ramificação do trabalho de pesquisa. Elas são muito antes o sinal, vindo de longe e até agora ainda não compreendido, de que a ciência moderna está adentrando o trecho decisivo da sua história. A ciência toma posse agora, pela primeira vez, da sua essência própria e total.

O que ocorre de modo iminente com a difusão e consolidação do caráter institucional das ciências? Nada menos que o asseguramento da primazia do método diante do ente (natureza e história) que se torna, assim, objetivo, através da pesquisa. Sobre a base do seu caráter de exploração organizada, as ciências alcançam a reunião e unidade que lhes correspondem. Por isso, uma pesquisa histórica ou arqueológica que esteja ativa de modo institucional está essencialmente muito mais próxima da pesquisa física instalada de modo correspondente do que uma disciplina da sua própria faculdade de ciências do espírito que ainda se aferre à simples erudição. O desdobramento decisivo do caráter moderno, operacional da ciência forja uma nova espécie de homem. O erudito desaparece. É substituído pelo pesquisador, que se engaja em empreendimentos de pesquisa. É o que dá incisividade ao seu trabalho, não a erudição. O pesquisador já não precisa ter biblioteca em casa, até porque está sempre viajando. Ele debate em colóquios e dá conferências em congressos. Ele se compromete com encomendas de editores, que agora também determinam que livros devem ser escritos (cf. apêndice 3).

O pesquisador se vê impelido, por si mesmo e necessariamente, para o âmbito em que assume a configuração essencial do homem técnico, de modo essencial. Só deste modo ele se torna eficaz e, no sentido da sua época, efetivo. A seu lado, podem ainda resistir, em algumas épocas e lugares, os românticos da erudição e da universidade, cada vez mais ralos e vazios. O caráter efetivo de unidade e, por isso, a efetividade da universidade não consistem, todavia, em uma força espiritual que unificasse originariamente as ciências, que brotasse e se alimentasse de si mesma, e que se preservasse por si mesma. O que é real e efetivo é que a universidade é uma instalação que torna (de uma forma singular, porque administrativamente autocontida) possíveis e visíveis tanto a separação das ciências no seu processo de especialização como a unidade peculiar à exploração organizada. As forças essenciais e próprias da ciência moderna tornam-se efetivas de modo imediato e inconfundível na exploração organizada; por isso, também, apenas as atividades de pesquisa autóctones estão autorizadas a assinalar e instituir, a partir de si mesmas, a unidade interna adequada a si mesmas.

O sistema real das ciências consiste tanto na unidade do método, que corresponde a um acréscimo fundado no planejamento, como na tomada de posição com respeito à objetivação do ente. A vantagem que se exige deste sistema não consiste em uma relação qualquer de unidade entre as regiões de objetos — uma relação rígida e ficticiamente baseada em conteúdos —, mas na máxima agilidade, livre e ao mesmo tempo regrada, das permutações, interrupções e retomadas das pesquisas, de acordo com a tarefa que as comanda a cada momento. Quanto mais a ciência se especializa exclusivamente na operosidade e dominação do seu processo de trabalho, e mais realista e livre de ilusões é o deslocamento da exploração organizada em institutos e escolas de pesquisa, mais irretorquivelmente as ciências conquistam a consumação da sua essência moderna. Quanto mais, porém, a ciência e os pesquisadores levam a cabo a sua configuração moderna, mais inequivocamente poderão se colocar a serviço, espontânea e imediatamente, da utilidade pública, e mais irrestritamente deverão se retirar para a condição de irrelevância oficial que caracteriza todo trabalho útil à coletividade.

A ciência moderna se fundamenta e ao mesmo tempo se individualiza nos projetos de esferas de objetos determinadas. Estes projetos se desdobram nos métodos correspondentes e assegurados através do rigor. O método respectivo se instala na exploração organizada. Pesquisa e rigor, método e exploração organizada se exigem reciprocamente, são a essência da ciência moderna, transformam-na em pesquisa.

Refletimos sobre a essência da ciência moderna para reconhecer o seu fundamento metafísico. Que concepção do ente e que conceito de verdade servem de base para a transformação da ciência em pesquisa?

O conhecimento enquanto pesquisa pede que o ente preste contas a respeito do modo como e do ponto até o qual ele próprio pode se tornar disponível para o ato de representar. A pesquisa dispõe do ente, que pode ser computado de antemão no seu curso futuro ou contabilizado como algo passado. No cômputo prévio, a natureza é disposta [gestellt]; no cômputo retrospectivo, a história é igualmente disposta. A natureza e a história transformam-se em objeto de uma representação explicativa. Esta conta com a natureza e faz as contas com a história. Só é, ou seja, é reconhecido como existente,o que, desta forma, torna-se objeto. Só existe ciência sob a forma da pesquisa quando o ser dos entes é buscado em tal objetividade.

Esta objetificação do ente se consuma em um re-presentar [Vor-stellen] que visa trazer cada ente diante de si mesma, de tal forma que o homem calculador possa se assegurar do ente, isto é, ter certeza dele. Portanto, só existe ciência sob a forma da pesquisa quando, e só quando, a verdade se transforma em certeza da representação. Na metafísica de Descartes se definem, pela primeira vez, o ente como objetividade da representação e a verdade como certeza da representação. O título de sua obra principal é Meditationes de prima philosophia, “considerações acerca da Filosofia primeira”. Próte philosophia é a denominação cunhada por Aristóteles para o que mais tarde se chamou Metafísica. A totalidade da metafísica moderna, Nietzsche inclusive, mantém-se dentro da interpretação do ente e da verdade preparadas por Descartes (cf. apêndice 4).

De fato, se a ciência enquanto pesquisa é uma manifestação essencial da época moderna, então o que constitui o fundamento metafísico da pesquisa deve determinar a essência da época moderna antecipadamente, e muito antes dela. Pode-se constatar a essência da época moderna no fato de o homem se libertar de seus compromissos medievais e para si mesmo. Esta caracterização, embora correta, ainda é preliminar. Ela conduz aos equívocos que impedem compreender o fundamento essencial da época moderna e por isso também de avaliar o alcance de sua essência a partir deste fundamento. Decerto, a época moderna, por consequência da libertação do homem, conduz ao subjetivismo e ao individualismo. Mas é igualmente certo que nenhuma época antes dela produziu um objetivismo comparável, e que em nenhuma outra época anterior o não-individual tornou-se legítimo, sob a configuração do coletivo. O essencial aqui é o jogo necessário, recíproco e relevante entre subjetivismo e objetivismo. Este condicionamento recíproco repercute em processos mais profundos.

O essencial não é que homem se liberte de suas obrigações prévias para a sua própria liberdade, mas que a própria essência do homem se liberte, na medida em que ele se transforma em sujeito. Claramente, a palavra subjectum deve ser entendida como a tradução da grega hupokeímenon. A palavra nomeia o que se estende adiante [vor-liegendes], o que reúne o todo em si mesmo. Este significado metafísico do conceito de sujeito não tem, a princípio, nenhuma relação relevante com o homem, e menos ainda com o “eu”.

Contudo, se o homem se transforma no sujeito primeiro e em sentido mais próprio, isto significa que o homem se transforma no ente sobre o qual se fundam todo o ente no seu modo de ser e na sua verdade. O homem se transforma no centro de referência do ente enquanto tal. Mas isto também só é possível se a acepção do ente em sua totalidade também muda. Onde se torna visível esta mudança? Qual é, em conformidade com ela, a essência da época moderna?

Quando refletimos sobre a época moderna, perguntamos sobre a imagem de mundo moderna. Nós a caracterizamos por meio do distanciamento frente às imagens de mundo antiga e medieval. Contudo, por que perguntamos sobre uma imagem de mundo, ao interpretar uma época histórica? Possuirá cada época histórica sua imagem de mundo, de tal forma que conseguir para si mesma uma imagem de mundo é sua preocupação expressa? Ou será que perguntar sobre uma imagem de mundo já não é uma forma exclusivamente moderna da representação?

O que é isto: uma imagem de mundo [Weltbild]? Evidentemente, uma imagem do mundo [Bild von der Welt]. Mas o significa, aqui, mundo? O que significa imagem? O mundo representa aqui o nome do ente na sua totalidade. Este nome não se limita ao cosmos e à natureza. A história também pertence ao mundo. Ainda assim, nem história, nem natureza, nem suas interpenetrações recíprocas sob formas sub-reptícias ou evidentes esgotam o mundo. O significado pensado através desta denominação é também o de fundamento do mundo, bem como o da relação deste fundamento com o mundo (cf. apêndice 5).

A princípio, com a palavra “imagem” pensa-se na afiguração [Abbild] de alguma coisa. Por conseguinte, a imagem de mundo seria um retrato do ente em sua totalidade. Todavia, a imagem de mundo diz mais. Com ela, queremos dar a entender o próprio mundo, o ente em sua totalidade, na medida em que ele nos dá critérios e impõe obrigações. A imagem não significa aqui um simples decalque, mas aquilo que sobressai na expressão coloquial alemã “wir sind uber etwas im Bilde”, literalmente: “nós estamos na imagem a respeito de algo”. Isto significa que a própria coisa é da forma como aparece diante de nós. Pôr-se na imagem de alguma coisa significa estabelecer diante de si o próprio ente, como ele mesmo é, e fixá-lo como algo permanente diante de si. Ainda falta, porém, uma determinação decisiva da essência da imagem. “Nós estamos na imagem a respeito de algo” não significa apenas que o ente em geral é uma representação nossa, mas antes que ele está diante de nós, em tudo o que lhe pertence e em todas as suas conexões, como um sistema. Em “nós estamos na imagem” ressoam também “estamos informados”, “estamos preparados e instruídos”. Quando o mundo se torna imagem, o ente em sua totalidade é fixado como aquilo pelo qual o homem se orienta, portanto como aquilo que o homem coloca diante de si e quer, num sentido essencial, fixar diante de si (cf. apêndice 6). A imagem do mundo, entendida de modo essencial, não significa uma imagem do mundo, mas o mundo concebido enquanto imagem. O ente em sua totalidade agora é tomado de tal forma que ele só passa a ser na medida em que é posto por um homem que o representa e produz. Quando surge uma imagem de mundo, uma decisão essencial se consuma a respeito do ente em sua totalidade. O ser é buscado e encontrado na representabilidade do ente.

Não pode haver imagem de mundo em nenhum lugar em que o ente não seja interpretado assim, e tampouco o mundo pode adentrar uma imagem. A época histórica que por fim se apresenta como moderna em relação à anterior consiste em que o ente se torna ente na representabilidade. As expressões coloquiais “imagem do mundo da época moderna” e “imagem do mundo moderna” repetem a mesma coisa e dão a entender algo que nunca pôde existir antes, a saber, as imagens de mundo medieval e antiga. A imagem do mundo não passou a ser moderna, de medieval que era antes. Melhor dizendo, o que caracteriza em geral a essência da época moderna é que o mundo se transforma em imagem. Para a Idade Média, por sua vez, o ente é o ens creatum, o que foi produzido por um Deus criador que é, pessoalmente, a causa suprema. Ser ente significa, aqui, pertencer a um nível específico dentro da ordem da Criação, e corresponder de alguma forma, enquanto causado, à causa da Criação (analogia entis) (cf. apêndice 7). O ser do ente nunca consiste em ser trazido à presença do homem na qualidade de objeto, em ser fixado na esfera da informação e da disponibilidade, para que só então passe a ser.

O mundo grego está ainda mais distante da interpretação moderna do ente. Uma das sentenças mais antigas do pensamento grego sobre o ser diz que tò gàr auto noeîn estín te kaì eînai. A sentença de Parmênides quer dizer que a percepção do ente pertence ao ser, porque ele mesmo assim o exige e determina. O ente é o que se franqueia e se descerra, o que, enquanto presente, chega ao homem, isto é, àquele que se abre ao presente, porque o percebe. O ente não passa a ser porque o homem o percebeu no sentido de um representar do tipo da percepção subjetiva. Muito antes o homem é o percebido pelo ente; o homem é o abordado pela presença que se abre e reúne junto a ele. A essência do homem na grande época dos gregos é ser olhado pelo ente, mobilizado e detido por ele, portanto também por ele carregado; é ser envolvido pelos seus contrastes e escolhido para assinalar suas discrepâncias. Por isso este homem precisa, para preencher sua essência, recolher (légein) e salvar (sódzein) o que se abre em sua abertura, acolhê-lo e preservá-lo, embora se expondo sempre às suas confusões divisivas (aletheúein). O homem grego é na medida em que percebe o ente, e por isso, entre os gregos, o mundo nunca pode se transformar em imagem. Em compensação, que Platão tenha determinado a entidade do ente como eîdos (aspecto, visada) é a precondição longínqua, dominante há muito tempo através de uma mediação secreta, de o mundo precisar se transformar em imagem (cf. apêndice 8).

A percepção entre os gregos significa algo bem diferente da representação moderna, cujo significado se expressa na palavra repraesentatio. Re-apresentar significa aqui: trazer para diante de si, de quem representa, o ente à mão, e fazer com que esta relação consigo repercuta como se fora o âmbito normativo. Quando isto acontece, o homem se instala na imagem a respeito do ente. Na medida em que o homem se instala na imagem desta forma, ele se põe em cena, isto é, no âmbito do ato de representar, universal e publicamente. Deste modo o homem se põe como a cena em que, daqui por diante, o ente se re-presenta, apresenta, isto é, precisa ser uma imagem. O homem se torna o representante do ente no sentido do objeto.

A novidade neste processo não consiste, de modo algum, simplesmente na posição diferente do homem no meio do ente, em comparação com a medieval e antiga. O decisivo é que o homem se relaciona com esta posição como com algo que ele mesmo produziu, algo a que ele se submete voluntariamente e que, enquanto fundamento, assegura-lhe todo possível desdobramento futuro da sua humanidade. Agora pela primeira existe algo em geral como uma posição do homem. O homem postula o modo como se posiciona diante de si mesmo e do ente enquanto objetivo. Surge um modo de ser-homem que estipula o âmbito das capacidades humanas como o âmbito que concede todo critério e completude para a dominação do ente. A época histórica que se determina a partir deste acontecimento não é apenas nova [neu] em comparação retrospectiva com uma anterior, mas ela se estabelece propriamente e a si mesma como nova. Ser novo pertence ao mundo, quando este se tornou imagem.

Uma vez que se esclareceu o caráter de imagem do mundo enquanto representabilidade do ente, devemos retraçar a força originária de nomeação da palavra e do conceito “representar”, ainda que estes estejam desgastados, para que se compreenda a essência moderna da representabilidade. Representar significa “pôr diante de si mesmo e de volta para si mesmo” [vor sich hin ...zu sich her]. Através do representar, o ente alcança a constância de um estar [stehen] e assim recebe o selo de ser. O processo por meio do qual o mundo se torna imagem é o mesmo por meio do qual o homem se torna o subjectum em meio ao ente (cf. apêndice 9).

Apenas porque o homem se transforma, de modo universal e essencial, em sujeito, e na medida em que o faz, ele precisa logo a seguir perguntar-se expressamente como quer que seja a essência moderna que ele já é, e como ela deve ser — se o homem quer e deve ser uma arbitrariedade limitada a si mesma e um Eu abandonado à sua livre vontade ou o “nós” da sociedade, se quer e deve ser um indivíduo ou uma comunidade, uma personalidade dentro da coletividade, se quer e deve ser um simples membro de um grupo corporativo, sob a forma do Estado e da nação, como povo, ou uma humanidade universal. Apenas enquanto o homem já é sujeito, essencialmente, persiste a possibilidade de deslizar na falta de essência e aberração [Unwesen] do subjetivismo no sentido do individualismo. Mas também só onde o homem continua a ser o sujeito, faz sentido a luta expressa contra o individualismo, que define a comunidade enquanto objetivo de todo esforço e alvo de toda utilidade.

O entrelaçamento decisivo para a época moderna de ambos os processos — a transformação do mundo em imagem e do homem em sujeito — lança ao mesmo tempo uma luz sobre o processo fundamental da história moderna, à primeira vista bastante contraditório. Quanto mais completamente e amplamente o mundo é conquistado e fica à disposição, mais objetivo fica sendo o objeto, mais subjetivamente, isto é, insistentemente ergue-se o sujeito e mais irresistivelmente a consideração do mundo e a doutrina do mundo se transformam em doutrina do homem, em antropologia. Não é nenhuma surpresa que o humanismo surja quando da transformação do mundo em imagem. Do mesmo modo, porém, como uma imagem de mundo seria impossível na época superior do mundo grego, tampouco ele poderia dar legitimidade ao humanismo. Em sentido histórico estrito, o humanismo não é nada além de uma antropologia estético-moral. O título de antropologia não designa nenhuma pesquisa pertencente às ciências naturais. Também não designa a doutrina estabelecida no contexto da teologia cristã sobre a criação, queda e redenção do homem. Ele assinala a explicação do homem que explica e avalia a totalidade do ente a partir do próprio homem e a ele retorna (cf. apêndice 10).

O enraizamento cada vez mais exclusivo da interpretação do mundo na antropologia, que se instaura desde o fim do séc. XVIII, torna-se explícito no momento em que a posição do homem frente ao ente se determina como visão de mundo. Desde então, esta palavra tornou-se corrente. A partir do instante em que o mundo se transforma em imagem, a posição do homem se torna visão de mundo. A expressão “visão de mundo” dá ensejo ao mal-entendido de que se trataria de uma consideração passiva do mundo. Por isso, desde o século XIX já se enfatizou, com razão, que uma visão do mundo significa também, e acima de tudo, uma visão sobre a vida. A prova do quão decisivamente o mundo se tornou imagem, no mesmo instante em que o homem, enquanto sujeito, deu ao seu viver o privilégio de ser o centro de todas as relações, é que a expressão “visão de mundo” passa a ser o nome para a posição do homem no meio do ente. Isto significa que o ente só é legítimo na medida em que é trazido para dentro deste viver e remetido de volta a ele, isto é, enquanto for uma experiência vivida [Erlebnis]. Assim como o humanismo é estranho ao mundo grego, é impossível uma visão de mundo católica, e absurda uma medieval. É necessário e apropriado ao homem moderno que tudo deva se tornar experiência vivida, à medida que ele se apodera incondicionalmente desta configuração da sua essência, assim como é garantido que os gregos jamais poderiam experimentar vivências durante o festival de Olímpia.

O processo básico da época moderna é a conquista do mundo como imagem. A palavra “imagem” significa agora o produto [Gebild] do produzir representacional. O homem luta aí por uma posição em que possa ser o ente que dá a norma a todos os outros e estabelece parâmetros. Já que esta posição se estabelece, ramifica e declara como visão de mundo, a relação moderna com o ente no seu desdobramento decisivo transforma-se na disputa entre as visões de mundo, mas não entre quaisquer delas. A luta só ocorre entre aquelas que já decidiram com o mais alto grau de firmeza as posições fundamentais mais básicas do homem. Em prol da luta entre visões de mundo, o homem mobiliza a violência irrestrita do cálculo, do planejamento e do cultivo de todas as coisas, e o faz de acordo com o sentido desta luta. A ciência enquanto pesquisa é uma forma indispensável desta autoinstalação do mundo, um dos caminhos pelos quais a época moderna se lança à consumação de sua essência, com uma velocidade insuspeitada por aqueles que dela participam. Com a luta entre as visões de mundo, a época moderna entra pela primeira vez no trecho decisivo da sua história, e supostamente passível da mais longa duração (cf. apêndice 11).

Um sinal deste processo é que por toda parte manifesta-se o gigantesco, nas configurações e roupagens mais distintas. Entre estas se inclui o gigantesco no sentido do cada vez menor. Pensemos nas cifras da física atômica. O gigantesco se impõe também até na forma que consiste, aparentemente, na sua negação: na aniquilação das grandes distâncias pela aviação e na representação casual e fácil que as transmissões de rádio permitem fazer da cotidianidade de mundo exóticos e distantes. Contudo, pensamos de forma muito superficial quando compreendemos o gigantesco a partir da extensão infinita e vazia do puramente quantitativo. Pensamos de forma muito limitada quando concluímos que o gigantesco sob a configuração de um ainda-não-lá progressivo surge apenas da busca de superação e ultrapassamento. Não estamos sequer pensando, quando achamos que a manifestação do gigantesco pode ser esclarecida com o clichê do americanismo (cf. apêndice 12).

O gigantesco é muito antes aquilo em virtude de que o quantitativo se transforma em uma certa qualidade, e deste modo em uma forma peculiar do grande. Não apenas cada época histórica é grandiosa frente às outras do seu modo distinto, mas também tem o seu próprio conceito de grandeza. Tão logo o gigantesco do planejamento, cálculo, instalação e asseguramento se transmudam, a partir do quantitativo, em uma qualidade legítima, o gigantesco e o aparentemente calculável de forma irrestrita e total se transforma no incalculável. O incalculável permanece a sombra invisível lançada sobre todas as coisas, quando o homem se transforma em sujeito e o mundo em imagem (cf. apêndice 13).

Através desta sombra, a época moderna se coloca em uma região inacessível à representação e confere ao assim incalculável a sua peculiaridade histórica e a sua determinação particular. Esta sombra, porém, aponta na direção de algo distinto, cujo conhecimento é vedado aos contemporâneos (cf. apêndice 14). O homem não poderá sequer uma vez experimentar e refletir sobre o vedado enquanto vaguear na simples negação da época histórica. A fuga para a tradição, ao misturar humildade e presunção, não consegue nada além de fechar os olhos e tornar-se cega para o instante histórico.

O homem não saberá o incalculável, isto é, não o preservará em sua verdade, a não ser no questionamento criativo, em configurações que tiram sua força da reflexão autêntica. Elas posicionam o homem do futuro numa posição intermediária: ele pertence ao ser e, contudo, permanece um estranho no meio do ente (cf. apêndice 15). Hölderlin sabia algo a respeito. Seu poema intitulado “Aos alemães” conclui: “Bastante limitado é o tempo de nossa vida / O número de nossos anos vemos e contamos / Mas os anos dos povos / Um olho mortal os viu? // Se tua alma por sobre tua própria época / Nostalgicamente se arroja, tu te demoras enlutado, / Então, nas praias frias / Entre os teus e não os conheces.”
Apêndices

1. Tal reflexão nem é necessária a todos, nem pode ser levada a termo por todos, nem sequer todos podem suportá-la. Ao contrário, a falta de reflexão pertence em grande medida a determinados modos de realizar e ser ativo. O questionamento envolvido na reflexão nunca decai no abissal e no não questionado, pois pergunta, de antemão, pelo ser. O ser permanece, para a reflexão, como o mais digno de questionamento. Nele, a reflexão encontra a resistência máxima que a faz deter-se e começar a levar a sério o ente, remetendo-o à luz do ser. A reflexão sobre a essência da época moderna insere o pensar e o decidir no âmbito de efetividade das próprias forças essenciais desta época. A atuação e modo de atuação destas forças não são tocadas pela avaliação cotidiana. Só a prontidão para suportar ou, ainda, para se evadir na falta de historicidade se apresentam como respostas. Neste contexto, porém, não basta, por exemplo, afirmar a técnica, nem mesmo, numa atitude incomparavelmente mais essencial, postular de modo absoluto a “mobilização total”, quando ela é reconhecida como existente. Seria antes o caso de conceber, em primeiro lugar e de modo perseverante, a essência da época a partir da verdade do ser que a rege, pois só assim se experimentará o mais digno de questionamento. Este acarreta forçosamente um trabalho criativo que se estende na direção do futuro por sobre o presente, desde o fundamento, e permite uma mudança do homem, surgida da necessidade do próprio ser. Nenhuma época histórica pode ser descartada pela negação da sua pretensão a prevalecer. A negação só torna irrelevante o próprio negador. Todavia, para que no futuro a essência da época moderna seja suportada, a época moderna exige, em vista da referida essência, uma capacidade de alcançar a origem e um alcance da reflexão tais que os contemporâneos só podem, hoje, preparar, mesmo assim parcialmente, embora sem poder dominá-los.

2. A palavra “exploração organizada” não tem um sentido depreciativo. Dado que a pesquisa é essencialmente exploração organizada, a operosidade como possibilidade permanente desta desperta ao mesmo tempo uma aparência da mais alta efetividade, que acarreta também o esvaziamento do trabalho de pesquisa. A exploração organizada se transforma em puro organizacionismo e operacionalidade [Betriebsamkeit], quando não mais se mantém aberta para uma realização constantemente renovada do seu projeto, mas toma este último como algo dado e o deixa para trás, nunca mais o confirmando, apenas limitando-se a acumular resultados e perseguir sua própria contabilidade. A pura operacionalidade e o organizacionismo [blosser Betrieb] precisam sempre ser combatidos, precisamente onde a pesquisa é, essencialmente, exploração organizada. Se buscássemos na erudição tranquila o que é mais científico na ciência, então pareceria, decerto, que a recusa à exploração organizada se dá por meio da negação do caráter essencialmente exploratório, ativo e organizador da pesquisa. Quanto mais a pesquisa se transforma em pura exploração organizada e atinge seus níveis de desempenho mais altos, mais insistentemente se acerca o perigo de ela se transformar em pura operacionalidade. Por fim chega-se à situação em que a diferença entre exploração organizada e puro organizacionismo não apenas se torna irreconhecível, como também inexistente e ineficaz. Precisamente este estado de indiferenciação entre essência a falta de essência, entre essência e aberração, cercada pela mediocridade da compreensão vigente, transforma a pesquisa na configuração da ciência, e principalmente transforma a época moderna, em geral, passível de durar longamente. De onde a pesquisa tira o seu contrapeso contra a pura operacionalidade em meio à sua exploração organizada?

3. A importância crescente da essência da atividade editorial não se baseia apenas no fato de o editor (um pouco pela via do comércio de livros) identificar mais precisamente as necessidades do público ou dominar, melhor que os autores, os aspectos comerciais envolvidos. Muito antes, o trabalho próprio do editor tem a forma de um procedimento planejador que, através da produção encomendada e coordenada de livros e escritos, institui o modo como o público [Öffentlichkeit] pode dispor do mundo como imagem e assim se assegurar devidamente dele. O predomínio de obras reunidas, séries de livros, obras em fascículos e edições de bolso já é uma consequência do labor editorial, que por sua vez coincide com os propósitos dos pesquisadores. Estes não só se tornam reconhecidos e destacados através de séries e coleções, mas também alcançam uma linha de frente mais ampla, e assim um impacto dirigido.

4. A posição fundamental de Descartes é sustentada pela metafísica platônico-aristotélica e move-se, malgrado o novo começo que representa, no âmbito da mesma pergunta: o que é o ente? O fato de esta pergunta jamais ser formulada expressamente nas Meditationes cartesianas só prova o quanto a mudança acarretada pela resposta a ela determina a posição fundamental. A interpretação cartesiana do ente e da verdade já cria a premissa que torna possível uma teoria do conhecimento ou metafísica do conhecimento. Através de Descartes, pela primeira vez, o realismo é convocado a provar a existência real [Realität] do mundo exterior e a se redimir no ente em si.

As mudanças essenciais na posição básica de Descartes que foram atingidas no pensamento alemão a partir de Leibniz não ultrapassam, de modo algum, esta posição fundamental. Elas desdobram pela primeira vez seu alcance metafísico e produzem as premissas do século XIX, o século até agora mais obscuro de toda a época moderna. Elas confirmam de modo mediado a posição fundamental de Descartes de uma forma que esta quase não reconheceria, embora nem por isso menos efetiva. Em contrapartida, a pura escolástica cartesiana, bem como o racionalismo desta, perderam completamente a força remota e duradoura para continuar a configurar a época moderna. Com Descartes começa a consumação da metafísica ocidental. Uma vez que, porém, tal configuração só é possível, desde sempre, enquanto metafísica, o pensamento moderno tem sua própria grandeza.

Ao interpretar o homem com subjectum, Descartes cria a pressuposição metafísica da antropologia futura de todos os tipos e orientações. Descartes celebra seu maior triunfo com o advento da antropologia. A antropologia entabula o processo de transição da metafísica até o estágio do fim e exclusão de toda filosofia. A consequência intrínseca da posição antropológica de Dilthey é que ele nega a metafísica, não compreende mais a pergunta que está na base da metafísica e se opõe, desamparado, à lógica metafísica. Sua “filosofia da filosofia” é a forma ilustre de suprimir a filosofia, ao invés de superá-la. Por isso, a antropologia também tem, de fato, o privilégio de ver claramente o que é exigido pela sua própria afirmação, quando é de um tipo que se serve de toda a filosofia até hoje, ao mesmo tempo explicando a obsolescência de toda filosofia. Através dela, a situação espiritual se esclarece, enquanto elucubrações tão penosas e absurdas quanto as filosofias nacional-socialistas só produzem confusão. A imagem de mundo precisa da erudição filosófica e a emprega, mas não precisa da filosofia, porque, enquanto imagem do mundo, já empreendeu seu próprio esclarecimento e configuração do ente. Uma coisa, contudo, a antropologia não pode fazer. Ela não consegue superar Descartes, nem tampouco sequer contrapor-se a ele; pois como a consequência pode se insurgir contra a base sobre o qual ela mesma se ergue?

Descartes só pode ser superado por meio da superação daquilo que ele mesmo fundamentou, ou seja, por meio da superação da metafísica moderna e isto significa, ao mesmo tempo, da metafísica ocidental. “Superar” significa aqui questionar de um modo mais primevo sobre o sentido, isto é, sobre o âmbito do projeto e por isso, ao mesmo tempo, pela verdade do ser. Esta pergunta também se descobre ao mesmo tempo como a pergunta pelo ser da verdade.

5. O conceito de mundo, tal como desenvolvido em Ser e tempo, só pode ser compreendido a partir do horizonte da pergunta pelo estar-aí [Da-sein], a qual se insere, por sua vez, na pergunta fundamental pelo sentido do ser (não do ente).

6. À essência da imagem de mundo corresponde a conexão recíproca, o sistema. Não se quer dar a entender aqui nem a simplificação artificial e externa, nem a justaposição dos dados, mas a unidade do instalado no re-presentar enquanto tal, unidade que se desdobra a partir do projeto da objetividade enquanto tal. Na Idade Média, um sistema é impossível; pois então somente o ordenamento segundo correspondências é essencial e, de fato, somente é essencial o ordenamento do ente no sentido da criação divina, e considerado enquanto um produto. Ainda mais distante do mundo grego é o sistema, mesmo quando se fala modernamente, embora de modo totalmente inadequado, em um sistema platônico e aristotélico. O organizacionismo dentro da pesquisa é uma execução e instalação dentro do sistemático, o qual, reciprocamente, também determina a instalação. O sistema não predomina apenas no pensamento, quando o mundo se transforma em imagem. Onde, porém, o sistema tem um papel condutor, persiste sempre a possibilidade da desfiguração e desvirtuação nos termos de um sistema artificial e amontoado. Chega-se a este ponto quando falta a força original do projeto. O caráter unificado e ao mesmo tempo diversificado da sistemática de Leibniz, Kant, Fichte, Hegel e Schelling ainda não foi compreendido. Sua grandeza não consiste em ter se desdobrado, como em Descartes, a partir do subjectum enquanto ego e susbstantia finita, mas em poder se desdobrar tanto a partir da mônada, como em Leibniz, quanto a partir do transcendental, a partir da essência de uma razão finita enraizada na imaginação, como em Kant, tanto a partir do eu infinito, como em Fichte, quanto a partir do espírito enquanto saber absoluto, como em Hegel, ou ainda, como em Schelling, a partir da liberdade enquanto necessidade de cada ente, o qual permanece determinado pela diferença entre fundamento e existência.

Para a interpretação moderna do ente, a representação dos valores é tão essencial quanto o sistema. Quando o ente se tornou objeto do re-presentar, viu-se de certa forma privado do seu ser. Esta perda é pressentida de modo obscuro e incerto o suficiente para que seja substituída, de todo e apressadamente, por uma atribuição de valor ao ente assim interpretado e, de modo geral, por uma medição do ente segundo valores, que faz dos próprios valores o objetivo de toda ação e todo esforço. Quando o que se compreende por cultura é isto, os valores se tornam valores culturais, e estes, de modo geral, a expressão dos propósitos supremos da criação a serviço da autocertificação do homem enquanto subjectum. Para fazer dos próprios valores objetos em si basta um passo. O valor é a objetivação dos propósitos relativos às necessidades da autoinstalação no mundo, ou seja, na imagem deste. O valor parece expressar que nos ocupamos com o que é mais valioso, ao tomarmos uma posição em relação a ele; contudo, o valor é o véu exaurido e esfarrapado que encobre a objetividade do ente já superficial e nivelada. Ninguém morre por simples valores. Que seja considerada para o esclarecimento do século XIX a posição intermediária singular de Hermann Lotze, que ao mesmo tempo traduziu as Idéias de Platão em termos de valores e adotou como tarefa, sob o título Microcosmos, o “ensaio de antropologia” (1856). Esta posição intermediária alimenta o modo de pensar de Lotze no que ele tem de nobre e simples, isto é, ainda sob influência do espírito do idealismo alemão, mas também o abre ao positivismo. Sendo que o pensamento de Nietzsche permanece cativo da representação de valores, ele tem de expressar o mais essencial de uma forma que se volta sobre si mesma, como transvaloração [Umwertung] de todos os valores. Somente quando conseguirmos compreender o pensamento de Nietzsche de modo independente da representação de valores, ocuparemos uma posição a partir da qual a obra do último pensador da metafísica se transformará em uma tarefa do questionamento, e a hostilidade de Nietzsche contra Wagner se tornará compreensível enquanto necessidade histórica.

7. A correspondência, pensada enquanto traço básico do ser dos entes, oferece o esboço de uma possibilidade e uma maneira determinada de pôr em obra a verdade do ser em meio ao ente. Há um vínculo mútuo entre a obra de arte medieval e a ausência de imagem de mundo desta época.

8. Mas um sofista, no tempo de Sócrates, não ousou dizer que “o homem é a medida de todas as coisas, das que são, que são, e das que não são, que não são”? A sentença de Protágoras não soa como se Descartes a tivesse proferido? Não compreendeu Platão, definitivamente, o ser do ente como o visado, a idéa? Não é a relação com o ente como tal, para Aristóteles, a theoria, o puro olhar? Só que a sentença sofística de Protágoras é tão pouco um subjetivismo quanto o pensamento de Descartes poderia levar a uma inversão do pensamento grego. Decerto, uma mudança decisiva na interpretação do ente e do homem acontece por meio do pensamento de Platão e do questionamento de Aristóteles, mas ela permanece interior à experiência grega fundamental. Esta interpretação, enquanto luta contra a sofística e por isso dependente desta, resulta precisamente no fim do mundo grego, o qual contribui, indiretamente, para tornar possível o advento da época moderna. Eis porque, mais tarde, e não apenas para a Idade Média, o pensamento platônico e aristotélico passou a valer, de forma absoluta, como o pensamento grego, e todo pensamento pré-platônico como uma simples preparação para Platão. Porque vemos, graças a um hábito antigo, o mundo grego através de um ponto de vista humanista, a reflexão sobre o ser que se mostrou à Antiguidade grega continua vedada a nós, de tal modo que só concedemos ao ser o que tem de único e estranho. A sentença de Protágoras diz: “pánton chremáton métron estìn ánthropos, tôn mèn ónton hos ésti, tôn dè me ónton hos ouk éstin” (cf. Platão, Teeteto 152 a).

“De todas as coisas (ou seja, de todas as que o homem usa e de que ele necessita, e por isso mantêm permanentemente à mão, chrémata chrêsthai) o homem (a cada vez) é a medida, das que estão presentes, que e como estão presentes, e daquelas a que estar presentes é vedado, que não estão presentes.” O ente sobre cujo ser se decide aqui é entendido enquanto aquilo que, dentro do âmbito humano, está presente neste âmbito a partir de si mesmo. Contudo, quem é o homem? Platão responde, na mesma passagem, com uma indicação, ao fazer com que Sócrates diga: “Okoûn hoúto pos légei, hos oîa mèn hékasta emói phaínestai toiaûta mèn éstin emoí, oîa dè soí, toiaûta dè aû soí. ánthropos dè sú te kaì ego”, “ele (Protágoras) não entende algo deste tipo? O ‘enquanto tal’ de uma coisa se mostra a mim, tal aspecto ela tem para mim, mas para ti, por tua vez, seu ‘enquanto tal’ é como é para ti? Homem, porém, sou eu do mesmo modo que tu”.

Portanto, o homem, aqui, é o particular (eu, tu, ele e ela). E este egó não coincide com o ego cogito de Descartes? Nunca; pois é diferente o essencial que determina, ainda que [em ambos os casos] com igual necessidade, as duas posições metafísicas (a de Protágoras e a de Descartes). O essencial de uma posição metafísica fundamental abarca:

1. a forma e maneira como o homem é homem, isto é, como ele mesmo é; a forma essencial deste ser si mesmo [Selbstheit], que de forma alguma coincide com a egoidade [Ichheit], mas se determina a partir da relação com o ser enquanto tal;

2. a interpretação essencial do ser do ente;

3. o projeto essencial da verdade;

4. o sentido de acordo com o qual o homem, cá e lá, é a medida.

Nenhum dentre os momentos essenciais mencionados de uma posição metafísica básica pode ser abstraído ou concebido a partir dos outros. Cada um deles caracteriza a totalidade de uma posição metafísica. Por que razão e em que proporção estes quatro momentos enquanto tais e de antemão sustentam e compõem uma posição metafísica fundamental é algo que já não se pode perguntar e responder através da metafísica. É o que está destinado à superação da metafísica.

Decerto, para Protágoras o ente permanece remetido ao homem enquanto egó. De que espécie é esta remissão ao eu? O egó se demora no âmbito do desencoberto que lhe é assinalado. Ele percebe, assim, todo presente [Anwesende] dentro deste âmbito como o que é [seiend]. A percepção do presente se funda no demorar-se dentro do âmbito do desencobrimento. O pertencimento do eu ao que está presente é por meio do permanecer junto ao presente. O pertencimento ao presente franqueado traça a fronteira que exclui o ausente. O homem recebe, a partir desta fronteira, a medida para o que se apresenta e se ausenta, e a preserva. Ao restringir-se àquilo que se desencobre a cada vez, o homem dá a si mesmo a medida que delimita um si mesmo em relação a um isto e aquilo. O homem não estabelece a partir de uma egoidade isolada a medida a que todo ente, em seu ser, está submetido. O homem inserido na relação fundamental grega com o ente e o desencobrimento deste ente é métron (medida), conforme toma a seu encargo não ultrapassar o círculo — delimitado por referência ao eu — do desencobrimento, ao executar a mensuração. Por conseguinte, o homem reconhece o encobrimento do ente bem como a impossibilidade de decidir sobre a presença e a ausência deste ou sobre o aspecto do permanente. Eis porque diz Protágoras: “perì mèn theôn ouk écho eidénai, oúth’ hos eisín, oúth’hos ouk eisín, oúth’ hopoîoí tines idéan. “Não estou em condições de saber claramente (isto é, definido de forma grega, “visualizar” algo) alguma coisa sobre os deuses: nem que existem, nem que não existem, nem qual é o seu aspecto (idéa)” (Diels, Fragmentos dos pré-socráticos, Protágoras B 4).

Pollà gàr ta kolúonta eidénai, he t’ adelótes kaì brachùs òn ho bios toû anthrópou. “Muitos são os fatores que impedem de perceber o ente como tal: tanto a obscuridade (encobrimento) do ente quanto a brevidade do modo de vida humano”.

Deveríamos nos surpreender que Sócrates, a respeito da circunspeção de Protágoras, tenha dito a seu respeito: eikós méntoi sophòn ándra me lereîn. “É de supor que ele (Protágoras), sendo um homem sensato, não está simplesmente tagarelando [quando define o homem como métron]” (Platão, Teeteto 152b).

A posição metafísica fundamental de Protágoras é apenas uma restrição, isto é, uma preservação da posição fundamental de Heráclito e Parmênides. A sofística só é possível sobre a base da sophia, isto é, da interpretação grega do ser como presença e da verdade como desencobrimento. O desencobrimento é sempre uma determinação essencial do ser, razão pela qual o presente se determina a partir do desencobrimento, e a presença a partir do desencoberto como tal. Todavia, quão afastado está Descartes do começo do pensamento grego, e quão distinta é a interpretação do homem que ele representa como sujeito? O conceito de subjectum permite que se deduza a essência da mudança da posição metafísica fundamental, precisamente porque nele a essência grega do ser, hupokeîsthai do hupokeímenon, ainda ecoa, sob a forma irreconhecível e impassível de questionamento da presença (a saber, do que estende diante de nós de forma permanente).

Uma coisa é preservar o âmbito do desencoberto, sempre limitado pela percepção do presente (do homem como métron). Outra diferente é penetrar no círculo das possibilidades irrestritas da objetificação, através da computação do que é acessível e representável a todos, de modo uniformemente obrigatório.

Na sofística grega, todo subjetivismo é impossível, porque aqui o homem nunca pode ser sujeito; ele não pode sequer ser sujeito, pois o ser aqui é presença e a verdade é desencobrimento.

No desencobrimento ocorre a phantasia, o vir a aparecer do presente enquanto tal para um homem que se apresenta para o que aparece. Por sua vez, o homem definido enquanto sujeito da representação fantasia, isto é, move-se no domínio da imaginatio, conforme seu representar imagina o ente enquanto objetivável no mundo enquanto imagem.

9. Como é possível que o ente se interprete absolutamente e de maneira enfática como subjectum, e que, por conseguinte, o subjetivo atinja uma primazia? Pois antes de Descartes, e até dentro do âmbito da metafísica cartesiana, o ente enquanto ente é um sub-jectum (hupo-keímenon), algo que, a partir de si mesmo, jaz adiante e que é ao mesmo tempo a base de propriedades constantes e estados mutáveis. O primado de um subjectum insigne (como fundamento daquilo mesmo que subjaz), porque incondicionado de uma maneira essencial, surge da exigência que o homem faz de um fundamentum absolutum inconcussum veritatis (de um fundamento da verdade, no sentido da certeza, que repouse sobre si mesmo e seja inabalável). Por que e como tal exigência veio a adquirir uma validade decisiva? A exigência brota daquela libertação do homem em que ele se liberta do compromisso frente à verdade cristã da revelação e da Igreja e para uma legislação que lhe diz respeito, ainda que se institua a partir de si mesma. Através desta libertação a essência da liberdade é reposta, isto é, a liberdade é um compromisso com algo obrigatório. Como, porém, é proporcional a esta liberdade que o próprio homem que se liberta estipule o que é obrigatório, este é, daí em diante, determinado de maneira distinta. O obrigatório pode ser a razão humana e sua lei, ou o ente estabelecido e ordenado como objetivo por esta mesma razão, ou o caos a ser dominado pela objetificação cuja realização é exigida em uma dada época histórica.

Esta libertação se liberta sempre, sem o saber, a partir do compromisso com a verdade revelada, na qual o homem garante a salvação da sua alma e se torna seguro dela. A libertação desde aquela certeza da salvação que se conforma à revelação deve portanto ser, em si mesma, uma libertação para uma certeza em que o homem se assegura do verdadeiro, já que o verdadeiro é sabido pelo próprio saber humano. Isto só foi possível porque o homem, em processo de libertação, responsabilizou-se pela certeza do seu saber. Tal só pôde ocorrer uma vez que o homem decidiu, a partir de e para si mesmo, o que é sabível e o que devem significar o saber e a segurança do sabido, isto é, a certeza. A tarefa metafísica de Descartes se transformou na seguinte: criar o solo metafísico da libertação do homem para a liberdade — entendida como autodeterminação segura de si. Este solo precisava não apenas ser mais seguro, mas também, ao mesmo tempo, ser de uma espécie através da qual — já que toda estipulação de critério a partir de outro âmbito estava vedada — a liberdade exigida fosse postulada na forma essencial da certeza de si. Tudo aquilo que é assegurado a partir de si mesmo deve, ao mesmo tempo e conjuntamente, assegurar-se do ente para quem tal saber é seguro e através do qual todo sabível deve ser assegurado. O fundamentum, o solo desta liberdade, que subjaz à liberdade, isto é, o subjectum, deve ser seguro ao ponto de satisfazer as exigências essenciais mencionadas. Torna-se necessário, deste ponto de vista, um sujeito específico. Qual é este algo seguro que edifica e garante o solo? O ego cogito (ergo) sum. O seguro é uma proposição que afirma indubitavelmente a presença do pensamento humano e o próprio homem ao mesmo tempo (ou seja, simultaneamente e com igual duração). Em outras palavras, com o pensamento do homem, este também é dado. Pensar é re-presentar, é relação representante com o representado (idea enquanto perceptio).

Aqui, representar significa: a partir de si mesmo, postular alguma coisa diante de si, assegurar-se do que foi posto e considerá-lo fixado. A posição que está segura do que pôs e de si mesma deve ser um cômputo, pois apenas a computabilidade concede àquilo a ser representado que ele seja assegurado de antemão e constantemente. A representação não é mais a percepção do que se apresenta, de cujo desencobrimento a própria percepção depende. De fato, a percepção assim entendida é uma forma legítima de presença para o que, desencoberto, se apresenta. A representação não é mais uma forma do desencobrir-se para…; agora ela é um capturar e conceber …. O presente não tem mais a primazia, senão o ataque. De acordo com a nova liberdade, o representar é, agora, um penetrar no âmbito do assegurado que previamente já se assegurou de si mesmo. O ente não é mais o presente; melhor dizendo, é o postulado em contraposição ao representar através do próprio representar: o posto-diante, ob-jeto. Re-presentar é o ato objetivante que antecede, investiga e domina. O representar empurra tudo para a unidade do que é objetivado em conjunto. A representação é coagitatio.

Toda relação com alguma coisa, seja querendo-a, tomando posição frente a ela ou sentindo-a já são, de antemão, representacionais: são cogitans, o que geralmente se traduz por “pensantes”. Eis porque Descartes pode incluir sob o nome de cogitationes, à primeira vista estranho, todas as formas da voluntas e dos affectus. No cogito ergo sum o cogitare é compreendido neste sentido novo e essencial. O subjectum, a certeza basilar, é o ser-co-representado [Mitvorgestelltsein], sempre seguro, do homem representador junto com o ente representado, seja ele humano ou não humano, em todo caso objetivo. A certeza basilar é o indubitável cogitare = me esse, sempre representável e representado. Esta é a equação fundamental de todo computar do representar que se assegura de si mesmo. Nesta certeza basilar, homem tem certeza de ser o re-presentante de todo re-presentar, e por isso o âmbito de representabilidade. Por conseguinte, o homem assegura-se de toda certeza e verdade, isto é, agora: ele é. O homem só pode e deve ser ele próprio este ente insigne, o subjectum, que tem a primazia, entre todos os subjecta, em termos de veracidade primeira (isto é, certeza), porque é necessariamente co-representando desta forma na certeza basilar (no fundamentum absolutum inconcussum do me cogitare = me esse), só porque, ao libertar-se por si mesmo e a si mesmo, ele necessariamente pertence ao subjectum desta liberdade. Na equação fundamental da certeza e, portanto, no subjectum propriamente dito, o ego é nomeado. Isto não significa que é homem seja determinado egoticamente ou de modo egoísta. Significa apenas que ser sujeito se transformou agora na marca distintiva do homem, enquanto essência pensante-representante. O eu do homem é posto a serviço deste subjectum. A certeza que subjaz na sua base é de fato subjetiva, no sentido em que predomina na essência do sujeito, mas não egoísta. A certeza é obrigante para cada eu enquanto tal, isto, para cada subjectum. Nada pode, porém, furtar-se a esta objetificação, que decide, ao mesmo tempo, sobre o que deve ser admitido como objeto. A ampliação incondicionada e irrestrita do âmbito da objetificação possível e do direito à decisão sobre tal objetificação pertence à essência da subjetividade do subjectum e do homem enquanto sujeito.

Agora se esclareceu em que sentido o homem quer e precisa ser, enquanto sujeito, a medida e o centro do ente (isto é, dos entes que agora são objecta, objetos). O homem não é mais o métron do sentido da tomada de coordenadas do perceptível, quando este é remetido ao âmbito vigente aqui e agora do desencobrimento do presente — âmbito na direção do qual, respectivamente, todo homem vem à presença. O homem, na medida em que é subjectum, é a co-agitatio do ego. O homem se fundamenta como instância normativa para todos os outros padrões e cômputos que tomam a medida do que pode ser reconhecido como certo, isto é, como verdadeiro, isto é, como existente. A liberdade, na sua versão moderna, é liberdade do subjectum. Nas Meditationes de prima philosophia, a liberação do homem para uma nova liberdade é remetida para um novo fundamento, isto é, o subjectum. Nem a liberação do homem moderno começa pela primeira vez com o ego cogito ergo sum, nem a metafísica de Descartes é um simples suplemento acrescentado mais tarde. Neste caso, a metafísica cartesiana seria externamente anexada a esta liberação, no sentido de uma ideologia. Na co-agitatio, a representação reúne o conjunto das objetividades no conjunto da representabilidade. O ego do cogitare descobre agora sua essência na reunião, segura de si mesma, do conjunto do representável: na con-scientia. A consciência é a posição representacional e unificante do objetual junto com o homem representador no âmbito da representabilidade que ele salvaguarda. Todo o presente recebe o sentido e forma da sua presença [Anwesenheit] a partir da consciência, a saber, da presença [Praesenz] na repraesentatio. A con-scientia de um ego, na medida em que é a consciência de um subjectum da coagitatio, determina o ser do ente, onde o ser é a subjetividade de um subjectum insigne.

As Meditationes de prima philosophia oferecem o esboço para uma ontologia do subjectum do ponto de vista da subjetividade determinada enquanto consciência. O homem se tornou subjectum. Por isso, ele pode determinar e preencher a essência da subjetividade, de acordo com o modo como se compreende e quer. O homem enquanto criatura racional da época do Esclarecimento não é menos sujeito que o homem que se compreende como nação, que se quer como povo, que se cultiva enquanto raça e que, finalmente, proclama-se senhor de todo o planeta. Em todas estas posições fundamentais da subjetividade também são possíveis várias espécies de egoidade e egoísmo, pois o homem se determina constantemente enquanto eu e tu, enquanto nós e eles. O egoísmo subjetivo, para o qual o eu já é de antemão determinado como sujeito, mesmo que não o saiba, não poderá ser vencido através de uma incorporação do vários eus dentro do nós. A subjetividade só se torna mais poderosa. No imperialismo planetário da humanidade tecnicamente organizada, o subjetivismo do homem atinge seu ápice, do alto do qual ele se precipitará sobre a planície da uniformidade organizada, para nela se instalar. Esta uniformidade se torna o instrumento mais seguro da dominação completa, porque técnica, da Terra. A moderna liberdade da subjetividade se dissolve completamente na objetividade que lhe corresponde. O homem não pode deixar para trás este destino [Geschick] de sua essência moderna, nem o interromper por meio de um golpe de força. Mas ele pode refletir, por antecipação, sobre o fato de o sujeito nem ter sido a única possibilidade da essência humana concedida à humanidade, nem será, no futuro, uma vez que o homem histórico tem uma essência sempre capaz da ação de iniciar. [Aber der Mensch kann vordenkend bedenken, dass das Subjektsein des Menschentums weder die einzige Möglichkeit des anfangenden Wesens des geschichtlichen Menschen je gewesen, noch je sein wird]. Uma sombra passageira de nuvem sobre uma terra oculta: tal é o ensombrecimento que a verdade — preparada pela certeza da salvação da cristandade e transformada em certeza da subjetividade — lança sobre um evento [Ereignis] que ela mesma não pode testemunhar.

10. A antropologia é a explicação do homem que, no fundo, já sabe o que o homem é e, portanto, nunca poderá perguntar quem ele é. Pois a antropologia teria de reconhecer, ao fazer a pergunta, que foi abalada e superada. Como se pode esperar que ela o faça, quando sua tarefa própria e exclusiva é a confirmação retroativa da certeza de si do subjectum?

11. Pois agora se completa a dissolução na trivialidade [das Selbstverständliche] da essência moderna em processo de consumação. Só quando a trivialidade é considerada do ponto de vista das visões de mundo cresce um solo fecundante para uma possibilidade primal de questionamento do ser. Este questionamento franqueia o espaço de decisão sobre se o ser será capaz, novamente, de um deus, e se a essência da verdade do ser é capaz de reivindicar de modo mais originário a essência do homem. Só onde a consumação da época moderna atinge a falta de atenção em que consiste sua grandeza específica, a história do futuro é preparada.

12. O americanismo é algo europeu. É a variedade ainda não compreendida do gigantesco que ainda está à solta, a partir da essência metafísica da época moderna que ainda não foi consumada e completada. A interpretação americana do americanismo através do pragmatismo ainda está fora do âmbito da metafísica.

13. A opinião cotidiana vê na sombra apenas a ausência de luz, quando não a negação desta. Na verdade, porém, a sombra é a manifestação evidente, ainda que impenetrável, do fulgor oculto. De acordo com este conceito de sombra, experimentamos o incalculável que se furta à representação, embora se anuncie no ente e indique a retração do ser.

14. É como se a própria recusa devesse ser a manifestação suprema e mais resistente do ser? A essência secreta do ser, concebida a partir da metafísica (isto é, da pergunta pelo ser sob a configuração da pergunta: o que é o ente?), se descobre ao olhar imediato como recusa, como o não-ser por excelência, como o nada. Mas o nada, enquanto o nada de ente, é a contrapartida mais aguda de tudo o que é simplesmente nulo. O nada nunca é coisa alguma, nem tampouco é algo no sentido de um objeto. Ele é o próprio ser, à verdade do qual o homem será cedido [ubereignet], quando tiver superado a si mesmo como sujeito, isto é, quando ele não mais representar o ente como objeto.

15. Este intervalo aberto é o estar-aí [Da-sein], entendendo-se a palavra no sentido do âmbito extático do desencobrimento e encobrimento do ser.

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"All testing, all confirmation and disconfirmation of a hypothesis takes place already within a system. And this system is not a more or less arbitrary and doubtful point of departure for all our arguments; no it belongs to the essence of what we call an argument. The system is not so much the point of departure, as the element in which our arguments have their life."
- Wittgenstein

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"Le poète ne retient pas ce qu’il découvre ; l’ayant transcrit, le perd bientôt. En cela réside sa nouveauté, son infini et son péril"

René Char, La Bibliothèque est en feu (1956)


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